Halle bekommt neue Gesamtschule, neue Grundschule und neues Gymnasium

20. September 2014 | Bildung und Wissenschaft | Keine Kommentare

Die Stadt Halle (Saale) verzeichnet schon seit einigen Jahren leicht steigende Schülerzahlen. Insbesondere auf Gesamtschulen und Gymnasium ist dabei ein Ansturm zu verzeichnen. Deshalb will die Stadt nun ein neues Gymnasium, eine neue Gesamtschule und eine neue Grundschule schaffen. Das geht aus der neuen Schulentwicklungsplanung hervor.

Das größte Vorhaben ist das neue Gymnasium mit vier Klassenzügen je Jahrgang. Dieses soll bereits im kommenden Jahr in der Südstadt an den Start gehen. Im Gebäude Rigaer Straße 1 soll die Einrichtung an den Start gehen. Das Gebäude wird derzeit als Ausweichquartier für das Herdergymnasium genutzt. Zum Schuljahr 2019/20 wird das neue städtische Gymnasium an den Standort Dreyhauptstraße/Gutjahrstraße/Oleariusstraße unweit vom Hallmarkt. Die dortigen Berufsschulen Bbs 1 Gutjahr und Bbs 3 Dreyhaupt sollen nach Halle-Neustadt umziehen. Dort werden Gebäude für die Bbs 1 an der Schwimmhalle in der ehemaligen DVZ-Schule ab dem Schuljahr 2017/18 sowie in der Harzgeroder Straße 63/65 für die Bbs 3 ab 200/21, bislang Grundschule Zollrain, genutzt. Die denkmalgeschützten Gebäude der jetzigen Berufsschule am Hallmarkt werden für 5,3 Millionen Euro saniert. Die Turnhalle für das neue Gymnasium soll im Bereich der ehemaligen Steg-Hochhäuser erfolgen. Doch diese Maßnahme reicht nicht aus, den Bedarf an Gymnasialplätzen zu decken. Deshalb soll das Giebichenstein-Gymnasium einen Anbau erhalten, informierte Bildungsdezernent Tobias Kogge den Bildungsausschuss. 18 Klassenräume für bis zu 600 Schüler sollen entstehen. Ein Problem ist aber noch die Finanzierung.

In der Ottostraße will die Stadt ab dem kommenden Schuljahr eine integrierte Gesamtschule mit vier Zügen je Jahrgang einrichten. In dem Gebäude befand sich einst eine Grundschule. Momentan ist es Ausweichstandort für die Friesenschule, weil deren Gebäude saniert wird. Für die Herrichtung beantragt die Stadt Fördermittel aus dem Stark III-Programm. Dauerhaft soll die neue Gesamtschule aber nicht zwangsläufig dort bleiben. Die Stadt schlägt vor, im ersten Quartal Vorschläge für einen dauerhaften Vorschlag zu unterbreiten. Derzeit favorisiert die Stadt die Ingolstädter Straße, die momentan durch die Sprachheilschule Halle genutzt wird.

Erneut thematisiert wird eine Fusion der Förderschulen Makarenko, Fröbel und Liebmann. Diese sollen in einem neuen Förderschulzentrum im Carl-Schorlemmer-Ring zusammengefasst werden. Bis zum Schuljahr 2018/19 soll das Gebäude dafür saniert werden.

Auch die Fusion der Grundschulen „Wolfgang Borchert“ und Zollrain steht wieder zur Debatte. Dies hatte im vergangenen Jahr bereits für heftige Proteste unter den Eltern der größeren Borchert-Schule gesorgt, weil ihre Kinder nun den Weg zur kleineren Zollrain-Schule auf sich nehmen sollten. Jetzt soll die fusionierte Schule im Gebäude Wolfgang-Borchert-Straße 42 beheimatet werden. Zuvor soll das Gebäude aber bis zum Schuljahr 2019/20 saniert werden, eine integrierte Hortnutzung soll ermöglicht werden.

Die Stadt hält zudem weiterhin daran fest, die alte Glauchaschule in der Heinrich-Pera-Straße 13 zu reaktivieren. Allerdings fehlen immer noch konkrete Informationen zum Start. Ursprünglich sollte die Schule längst in Betrieb sein, was aber unter anderem an fehlenden Finanzen scheiterte.

Daneben gibt es bei einigen Grundschulen Veränderungen der Schulbezirke. Auf diese Weise will die Stadt kleinere Schulstandorte stärken, damit diese nicht unter die vom Land vorgegebene Mindestschülerzahl von 80 rutschen. So muss die Grundschule „Wolfgang Borchert“ ab dem Schuljahr 2017/18 die Hemingwaystraße, Daniel- Defoe-Straße,den Stanislaw-Lem-Weg und den Ibsenweg an die Grundschule Nietleben abgeben. Die Grundschule Radewell erhält ab 2017/18 die Chemiestraße, Camillo-Irmscher-Straße, Eisenbahnstraße, Gottfried-Lindner-Straße, Horst-Heilmann-Straße Nr. 8a – 24, Hohe Straße, Karl-Peter-Straße, Leo-Herwegen-Straße, Merseburger Straße Nr. 359 – 445 ungerade, Schachtstraße und Willi-Brundert-Straße von der Friedenschule. Ab Schuljahr 2018/19 werden Robinienweg, Am Rosengarten und Guldenstraße dem Schulbezirk der Grundschule Friedenschule zugeordnet. Sie gehörten bisher zu Silberwald.

„Auf Grund haushaltskonsolidierender Maßnahmen wurde in den zurückliegenden Jahren mit niedrigen Schülerzahlen das Schulnetz dem gesunkenen Bedarf angepasst“, beschriebt Bildungsdezernent Tobias Kogge die Situation der vergangenen Jahre. Zahlreiche Schulen wurden dabei geschlossen. „Der wieder steigende Bedarf führt jetzt in einzelnen Schulformen dazu, dass mit den vorhandenen Beschulungskapazitäten der Bedarf nicht mehr gesichert werden kann und eine Erweiterung wieder erforderlich wird“, so Kogge. „Diese Erweiterung ist unaufschiebbar und unabweislich, will die Stadt ihrer Pflichtaufgabe als Schulträger nachkommen.“

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