Halle bekommt ein „Handwerkergymnasium“

31. März 2015 | Bildung und Wissenschaft | 15 Kommentare

Die Stadt Halle (Saale) bekommt ein neues spezialisiertes Gymnasium. Anlass ist der Mangel an Azubis im Handwerk.
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„Die derzeitige Abiturausbildung führt zu einem Übermaß an Theoretikern, die bald keine Glühbirne mehr allein auswechseln können“, bringt Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle, die Kritik an der aktuellen Bildungspolitik zum Ausdruck. Um diesem Szenario entgegenzuwirken, wird in dem bundesweit einmaligen Pilotprojekt „Ausbildung praktisch, intelligent, leistungsstark – schafft Erziehung“ die Abiturstufe weiterentwickelt.

Das sogenannte „Handwerkergymnasium“, das die Handwerkskammer Halle als private Lehranstalt trägt, soll verstärkt die intellektuellen Fähigkeiten der Schüler für den praktischen Alltag schärfen. „Gedichtanalysen sind im Lehrplan deutlich weniger enthalten. Stattdessen werden wir uns an der Lebenswirklichkeit orientieren und z.B. im Fach Wirtschaft den Schülern erklären, wie sie eine Steuererklärung machen“, so Keindorf.

Aufgrund der angespannten Situation in Halle soll nun bereits zum neuen Schuljahr 2015/2016 das Gymnasium den Schulbetrieb in Osendorf aufnehmen. Ab dem 1. April 2015 können Schüler bzw. deren Eltern Anträge zur Aufnahme stellen.

Das „Handwerker-Abi“ knüpft an die Erfahrungen des Berufes mit Abitur an, ermöglicht die Hochschulreife und bietet zusätzliche Möglichkeiten für die handwerkliche Karriere, wie eine verkürzte Ausbildungszeit für die Berufsausbildung.

Sollte das Projekt Erfolge aufweisen, können laut Handwerkskammer weitere Handwerkergymnasien im südlichen Sachsen-Anhalt, z.B. in Dessau, Wittenberg und Eisleben entstehen.

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