Friede Springer Stiftung fördert Professur an der Uni Halle

5. Februar 2013 | Bildung und Wissenschaft | Keine Kommentare

Die Friede Springer Stiftung finanziert eine neue Stiftungsprofessur an der Martin-Luther-Universität und am Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik, die zum Wintersemester startet. Am Dienstag wurden die Verträge für die Professur „Unternehmensethik und Controlling“ unterzeichnet.

Ausgangspunkt der Kooperation ist die geteilte Überzeugung, dass Unternehmensethik gerade im globalen Kontext immer wichtiger wird. Denn bei gesellschaftlichen Herausforderungen, etwa dem sozialen Zusammenhalt, dem demographischen Wandel oder der Klimaerwärmung, stellt sich immer wieder die Frage: Welche Verantwortung tragen die Unternehmen, welche Beiträge können berechtigterweise erwartet werden? Gemeinsames Anliegen ist die Arbeit an solchen Antworten, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch anschlussfähig an die Unternehmenspraxis sind. Damit wollen die Kooperationspartner substanzielle Beiträge zur Versachlichung der Debatten wie auch zur Ausbildung künftiger Entscheidungsträger leisten.

„Bisher finden sich nur wenige Lehrstühle in Deutschland, die Ethik und Wirtschaft erforschen und versuchen, ihre Ergebnisse in die Praxis zu tragen. Daher gibt meine Stiftung die Mittel für eine solche Professur in Halle“, sagte Friede Springer anlässlich der Unterzeichnung in Halle.

„Wir freuen uns über diese außerordentlich wichtige Entwicklungschance für die weitere Profilbildung des Wirtschaftswissenschaftlichen Bereichs“, sagte MLU-Rektor Prof. Dr. Udo Sträter. Prof. Dr. Christian Tietje, Dekan der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der MLU, ergänzte: „Die Stiftungsprofessur wird essentielle Beiträge leisten, um die geplante Internationalisierung des Lehrangebots weiter voranzutreiben.“ Damit verbessern sich die Aussichten, dass die MLU gerade auch im englischsprachigen Ausland weitere attraktive Partneruniversitäten findet.

Auch dem WZGE eröffnet die Kooperation neue Möglichkeiten: „Mit dem Stiftungslehrstuhl können wir unsere Arbeit an alltagstauglicher Ethik ausbauen, die Forschung und Praxis verbindet, heutige und künftige Entscheider zusammenbringt und wechselseitige Lernprozesse fördert“, sagte Dietmar Kokott, Vorstandsvorsitzender des WZGE. „Bewährt hat sich dieser Ansatz bereits beim ‚Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft’, das inzwischen von über 40 führenden Unternehmen und Verbänden unterstützt wird.“

Insgesamt eine Million Euro stellt die Friede Springer Stiftung für die Professur bereit. Die Finanzierung des geplanten Lehrstuhls erfolgt für zehn Jahre durch Mittel der Stifterin, der Landesregierung, der Universität und der Fakultät. Anschließend erfolgt eine Übernahme in den vorhandenen Stellenbestand der Fakultät.

Mit dem Stiftungslehrstuhl stärkt die MLU auch ihre Verbindungen zum Standort Wittenberg. Denn die Stiftungsprofessur wird sowohl in Halle als auch in der Lutherstadt angesiedelt sein. Dadurch wird die Zusammenarbeit von Universität und Zentrum in den Bereichen Forschung, Lehre und Dialog auch auf regionaler Ebene gestärkt.

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