FDP in Sachsen-Anhalt bringt Unterricht per Internet ins Gespräch

14. Januar 2013 | Bildung und Wissenschaft | Ein Kommentar

Der demografische Wandel macht auch vor den Grundschulen in Sachsen-Anhalt nicht halt. Das Kultusministerium hat nun ein Konzept vorgelegt, wonach Schulen in Großstädten ab dem Schuljahr 2014/15 mindestens 60, im ländlichen Raum 60 und in der dünnbesiedelten Altmark 52 Schüler haben müssen.

Auf Kritik stoßen die Pläne des SPD-Kultusministers bei der FDP. „Statt platt kleinere Schulstandorte zu schließen und damit die Lebensqualität im ländlichen Räumen deutlich zu verschlechtern, sollte die SPD modernere Wege gehen,“ so die stellvertretende Landesvorsitzende Lydia Hüskens. Vorstellbar wäre insbesondere in der Altmark auch die Durchführung des Unterrichts per Internet, wie er in anderen Staaten üblich ist, in denen die tägliche Fahrt zur Schule nicht zumutbar ist und die Kinder für eine Internatsunterbringung zu jung sind. Dort würden Schüler klassenübergreifend durch einen Erzieher beaufsichtigt, während der Unterricht selber von Lehrern per Internet erfolgt. Denkbar sind auch Modelle mit einem Wechsel von Präsenzphasen und Unterricht per Internet. Damit sind die erforderlichen Einsparungen ebenso zu erreichen, wie mit den derzeitigen Planungen. Es blieben aber die erheblichen negativen Effekte aus, die die Schließungen von Schulen haben. „Wer zieht in einen Ort, von dem die nächste Grundschule mehr als eine halbe Stunde Fahrt, ohne zufriedenstellende ÖPNV-Anbindung entfernt ist?“ so Hüskens. Mit der Schule verschwinde ein wichtiger Haltefaktor für die Menschen. Damit steht dies im Gegensatz zu allen Überlegungen zum demografischen Wandel. „Vielleicht ist die Konzentration auf wenige größere Orte im Land von den Sozialdemokraten gewollt, liberalen Vorstellen entspricht dies nicht“, so Hüskens.

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