Vom 4. bis 8. Mai 2026 führt die Studienrichtung SCHMUCK HALLE der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle das transdisziplinäre Forschungsprojekt „HAND OVER TIME. Lernen durch Machen, Lernen von der Urgeschichte“ durch. Das Projekt entsteht in Kooperation mit dem Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein und dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle..
Ziel des Projekts ist die Untersuchung von künstlerischen und handwerklichen Prozessen als Erkenntnismethode. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Wissen durch praktisches Arbeiten entsteht und welche Rolle Material, Technik und Prozess für wissenschaftliche und künstlerische Erkenntnis spielen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass gegenwärtige Produktions- und Entwurfsprozesse zunehmend von digitalen Planungsformen geprägt sind, während die materialbasierte Praxis an Bedeutung verliert.
Der einwöchige Workshop beinhaltet praktische Arbeiten mit historischen Metall- und Schmucktechniken sowie eine wissenschaftlich-künstlerische Auseinandersetzung mit archäologischen Funden und Rekonstruktionen. Besonders berücksichtigt werden Forschungsergebnisse zur Metallverarbeitung der Bronzezeit sowie zur kulturellen Bedeutung frühgeschichtlicher Objekte.
Geleitet wird der Workshop von dem griechischen Schmuckkünstler und Forscher Akis Goumas, der sich mit historischen Goldschmiedetechniken des ägäischen Raums beschäftigt. Ergänzt wird das Programm durch Beiträge von Fachleuten des Landesmuseums sowie durch praktische erläuterungen des Halleschen Kupferschmieds Herbert Bauer.
Ein zentraler Bezugspunkt ist die Forschung zur Himmelsscheibe von Nebra. Die Analysen dienen als Grundlage für experimentelle Werkprozesse im Workshop.
Teilnehmende sind Studierende der BURG, Mitarbeitende des Museums sowie Schüler*innen der Kooperativen Gesamtschule „Wilhelm von Humboldt“ in Halle-Neustadt. Ziel ist ein Austausch zwischen Kunst, Archäologie und Bildung sowie die gemeinsame Untersuchung handwerklicher Wissensformen.
Begleitend finden öffentliche Veranstaltungen statt, darunter ein Vortrag und Künstlergespräch mit Akis Goumas am 6. Mai 2026 sowie ein Pressegespräch am 7. Mai 2026 im Landesmuseum für Vorgeschichte. Der Abschluss des Projekts erfolgt am 8. Mai 2026 mit einer Präsentation der Arbeitsergebnisse in der SCHMUCK HALLE (Campus Kunst, Seebener Str. 1, 06114 Halle)