Die Buchmesse wurde abgesagt. Auch die Lesungen wie „Halle liest mit“ sind eingestellt worden. Dennoch wurde der Phantastikpreis SERAPH, der normalerweise auf der Leipziger Buchmesse verliehen werden sollte, am Freitag, 13. März, an folgende Preisträger verliehen:
In der Kategorie „Bestes Buch“ hat Christoph Marzi mit „Mitternacht“ (Piper) den Seraph erhalten. Der Verlag beschreibt dies Buch folgendermaßen: Es gibt einen Ort, an dem die Geister leben, eine Welt, die unsere berührt, eine Stadt, in der mit Geschichten und Albträumen Handel getrieben wird. Ein Missgeschick lässt Nicholas James, den alle nur den „gewöhnlichen Jungen“ nennen, diese Welt betreten – und alles ändert sich: Peter Chesterton, ein reisender Geist, nimmt sich seiner an. Das Findelgeistmädchen Agatha stiehlt sein Herz. Und etwas, das im Dunkeln lauert, gewinnt an Macht. Die Wege, die Nicholas beschreitet, führen ihn dorthin, wo alle Hoffnungen geboren und alle Träume gestorben sind, an einen Ort, den die Geister voller Ehrfurcht „Mitternacht“ nennen. Eine Geschichte von der Macht der Bücher und der Gefahr des Vergessens, in einer Welt der Geister.
Norminiert für SERAPH 2020 Titel der Shortlist „Bestes Buch“ waren außerdem:
Judith C. und Christian Vogt: Wasteland (Droemer Knaur)
Laura Weller: Bay City Heroes (Bastei-Lübbe)
Nina Blazon: Rabenherz und Eismund (cbj)
Oliver Plaschka: Wächter der Winde (Klett-Cotta)
Zoran Drvenkar: Licht und Schatten (Beltz & Gelberg)
Den Seraph für das „Beste Debüt“ erhielt Bijan Moini mit „Der Würfel“ (Atrium). Die Beschreibung macht auch hier neugierig: „Die nahe Zukunft. Deutschland wird von einem perfekten Algorithmus gesteuert: Der »Würfel« ermöglicht den Menschen ein sorgenfreies Leben, zahlt allen ein Grundeinkommen, erstickt Kriminalität im Keim. Um das zu leisten, sammelt er selbst intimste Daten der Bevölkerung. Berechenbarkeit ist zum höchsten Gut geworden. Einer der wenigen Rebellen gegen dieses System ist der 28-jährige Taso. Mit großem Aufwand entzieht er sich der Totalerfassung, täuscht den Würfel über seine Vorlieben und Gedanken, indem er seine Entscheidungen mithilfe von Spielwürfeln und einer Münze trifft. Er ist ein »Gaukler«, einsam, aber zufrieden. Doch dann bekommt er Besuch von einer jungen Frau: Dalia ist aus einer rückständigen Sekte geflohen und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Leben in der schönen Welt des Würfels. Taso verliebt sich in sie, gerade als der Widerstand ihn rekrutieren will. Plötzlich steht er vor einer unmöglichen Entscheidung: Verrät er seine Ideale – oder eine ideale Welt?“
Nominiert für den SERAPH 2020 Titel der Shortlist „Bestes Debüt“ waren:
Lena Kiefer: Ophelia Scale – Die Welt wird brennen (cbj)
Ria Winter: Tal der Toten (Carlsen Impress)
Besonderes Augenmerk legen wir auf die Kategorie „Beste Independent-Titel“. Dieses Jahr erhielten Erik Kellen und Mira Valentin mit „Windherz“ den Seraph. Das Buch wird folgendermaßen beschrieben: „Kayden ist ein Nordmann und ein Jäger der Meere. Niemand ist besser als er. Eines Tages aber erhält er einen ungewöhnlichen Auftrag. Aira lebt als Prinzessin am Hofe von Jandor. Gesegnet und verflucht mit einer besonderen Gabe. Doch der Thron war nie für sie bestimmt. Zwei Menschen, von denen mehr abhängt, als sie ahnen. In ihren Händen liegt das Schicksal einer ganzen Welt.“
SERAPH 2020 Titel der Shortlist „Bester Independent-Titel“
Laura Kier: Myalig – Gestohlene Leben
Melanie Vogltanz: Schwarzmondlicht
Hintergrund:
Der SERAPH ist ein Jurypreis, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die besten deutschsprachigen Romane des Phantastik-Genres zu prämieren.
Seit 2012 verleiht die Phantastische Akademie jährlich im Rahmen und in Kooperation mit der Leipziger Buchmesse den Literaturpreis in den Kategorien Bester Roman, Bestes Debüt und seit 2018 auch Bester Independent-Titel. Der Förderpreis für Nachwuchstalente – Bestes Debüt – ist mit einem Preisgeld dotiert.
Der Name SERAPH entstammt der judäo-christlichen Mythologie und bezeichnet die oberste Hierarchieebene unter den Engeln. Seraphim werden meist mit drei Flügelpaaren dargestellt. Für die Phantastische Akademie symbolisieren sie die drei großen Untergenres der Phantastik: Science-Fiction-, Fantasy- und Horror-Literatur.
Die SERAPH-Siegerstatuen werden jedes Jahr in Handarbeit von der Künstlerin Claudia Heinzelmann gefertigt und sind somit echte Unikate. (Quelle: Phantastische Akademie e.V. – Verein zur Förderung phantastischer Literatur im deutschsprachigen Raum)