Für „Save the Pedestals“
(„Rettet die Sockel“) arbeitet das Puppentheater Halle mit der
Handspring Puppet Company aus Kapstadt/Südafrika zusammen, die als
renommiertestes Figurentheater-Ensemble des Kontinents gilt. Die
Inszenierung liegt in den Händen der ebenfalls aus Südafrika
stammenden Choreografin und Regisseurin Robyn Orlin, die in Berlin
und Johannesburg lebt. Basierend auf einer unveröffentlichten
Kurzgeschichte des südafrikanischen Autors Ivan Vladislavic („Der
Plan des Baumeisters“, „Johannesburg. Insel aus Zufall“) soll das
Stück den Umgang mit historischen Denkmälern verhandeln und nach
dem Bewahren oder Zerstören des kollektiven Erinnerns fragen.
Gerade in Ländern, in denen Diktaturen oder das Regime der
Apartheid geherrscht haben, muss dieses Problem immer neu
verhandelt werden: Soll man Monumente, die an ein gestürztes System
erinnern, nicht ebenfalls stürzen? Oder soll man sie als Mahnung
und zum Gedächtnis bewahren? Wie aktuell dieses Problem tatsächlich
ist, zeigten jüngst die rechtsradikalen Ausschreitungen in den USA:
Die Proteste in Charlottesville/Virginia entzündeten sich an einem
Stadtratsbeschluss, wonach eine Statue des Konföderierten-Generals
Robert F. Lee entfernt werden sollte, der im Amerikanischen
Bürgerkrieg von 1861 für den Fortbestand der Sklaverei gekämpft
hatte. Aber auch Bilder von den stürzenden Statuen des irakischen
Diktators Saddam Hussein, von den Denkmal-Friedhöfen in der
ehemaligen Sowjetunion und aus anderen Regionen sollen in die
Gedankenwelt von „Save the Pedestals“ einfließen – ebenso wie
Kuriositäten, zu denen u. a. ein Lokomobile in Namibia zählt, dem
der Name „Martin Luther“ gegeben wurde und das von deutscher
Kolonialgeschichte erzählt.
Nach einer Recherche-Phase und Workshops in Kapstadt und Halle beginnen die Proben für „Save the Pedestals“ im August 2018, die Premiere in Halle ist für den 12. Oktober 2018 geplant. Danach wird das Stück auch in Südafrika zu sehen sein. Das Puppentheater Halle erhält für diese Koproduktion eine Förderung in Höhe von 248.000 Euro aus dem Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes. Mit TURN sollen künstlerische Kooperationen zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern gefördert werden.