„Antarktis ’89 – Letzter Sommer DDR“: Sommertheater der Kulturreederei erinnert an eine fast vergessene Expedition
Der Sommer 1989 markierte nicht nur das letzte Aufbäumen eines untergehenden Staates, sondern auch den Aufbruch in eine der ungewöhnlichsten wissenschaftlichen Missionen der DDR: Zwölf Männer wurden in jenem Jahr in die Antarktis entsandt, in eine Eiswelt fernab der epochalen Umbrüche, die sich zeitgleich in Mitteleuropa vollzogen. Fast drei Jahre später kehrten sie zurück – in ein Land, das es nicht mehr gab.
Mit dieser wahren Begebenheit beschäftigt sich die neue Sommertheaterproduktion der Kulturreederei Halle unter dem Titel „Antarktis ’89 – Letzter Sommer DDR“. Vom 14. August bis zum 6. September verwandelt sich der Innenhof der Ulrichskirche in eine Bühne für ein Theaterstück, das Geschichte und Gegenwart, Kälte und Gefühl, Realität und Bühnenmagie miteinander verbindet.
Im Zentrum steht die Isolation der Forscher, ihre spärlichen Funkkontakte zur Heimat – und eine ungewöhnliche Verbindung zu einem westdeutschen Frauenteam, das zur gleichen Zeit in der Antarktis forschte. Über Frequenzen hinweg entwickeln sich Gespräche, Gedanken und kleine Fluchten aus der Einsamkeit.
Begleitet von Live-Musik der Band „Die drei Etablierten“ erwartet das Publikum ein vielschichtiger Abend, der Erinnerungen an die späten Jahre der DDR mit theatraler Finesse und sommerlicher Leichtigkeit verwebt. Die Stückentwicklung entstand im Kollektiv – Schauspiel, Musik, Regie, Bühnenbild und Text kommen hier gleichberechtigt zum Tragen. Entstanden ist ein Werk, das unterhält, herausfordert und berührt.
Die Kulturreederei folgt dabei ihrer bewährten Linie: Theater soll zugänglich sein. Darum sind die Ticketpreise flexibel gestaltet: Zwischen 10 und 25 Euro – jede*r zahlt, was möglich ist. Karten gibt es über Eventim oder direkt über die Website der Kulturreederei.
Wer einen Sommerabend mit Tiefgang und Klang, Geschichte und Geschichten erleben will, sollte sich diese ungewöhnliche Expedition nicht entgehen lassen.