
Im Stadtmuseum Halle wurde am Dienstag, dem 25. April 2017, um 18 Uhr die Ausstellung des Halleschen Kunstvereins e.V. in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Halle „Marcus Golter. Ein feiner, stiller Ort … Reliefs am Stadtgottesacker und freie Plastik“ eröffnet. Der Vortragsraum war erfreulicherweise richtig gut gefüllt. Die Stühle reichten nicht aus. Hinten wurde gestanden. Frau Unger, die Direktorin des Stadtmuseums, freute sich dementsprechend in ihrer Begrüßungsansprache über den großen Andrang. Die Beigeordnete für Kultur und Sport, Frau Dr. Judith Marquardt, sprach ein erfrischendes Grußwort und wies auf die gute Zusammenarbeit zwischen dem Stadtmuseum und dem Halleschen Kunstverein e.V. hin. Den Stadtgottesacker betrachtete sie als ein Kunstwerk, dass mehr öffentliche Beachtung verdient hätte. Zum Werk selbst sprachen Dr. Hans-Georg Sehrt und Professor Bernd Göbel. Wenn in unserer heutigen Zeit schon Ritzungen im Beton als Verzierungen gelten, dann sind die bildhauerischen Arbeiten auf dem Stadtgottesacker etwas ganz Besonderes, dies als ein kleiner Eindruck aus der langen Einführung von Prof. Göbel. Er machte sich die Mühe, viele Details aus den Reliefarbeiten von Golter dem Publikum zu erklären.
Zwanzig Jahre Arbeit auf dem Stadtgottesacker

Die Personalausstellung des Bildhauers Markus Golter, veranstaltet vom Halleschen Kunstverein in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Halle, steht zugleich für einen markanten Abschluss der Arbeiten des ehemaligen Meisterschülers von Prof. Bernd Göbel am Stadtgottesacker in Halle. Er hat seit über zwanzig Jahren an der Neuanfertigung von durch Krieg und Vernachlässigung zerstörten Schwibbögen dieser einmaligen Renaissanceanlage nördlich der Alpen gearbeitet. Er hat 11 neue steinerne Schwibbögen als zeitgenössische Bildhauerkunst des 20./21. Jahrhunderts geschaffen. Zusammen mit den Bögen seiner Kollegen, insbesondere Martin Roedel und Maja Graber und unter steter Beratung ihres Lehrers Bernd Göbel wird in diesem Jahr die Gesamtanlage wieder vollständig sein. Für Marcus Golter stand seine Arbeit von Anfang an unter Luthers Feststellung zum Charakter eines Friedhofs als eines „feinen, stillen Ortes“. In der Ausstellung im Stadtmuseum sind Entwürfe, Vorarbeiten und sehr eindrucksvolle Fotografien dieser Arbeiten zu sehen.
Dazu bietet diese Ausstellung auch die Gelegenheit, einen Eindruck von dem gesamten bildhauerischen Werk Marcus Golters zu bekommen. Neben den Arbeiten auf dem Stadtgottesacker, zur Ergänzung zu den Fotos wäre die Ausstellung gut mit einem Besuch dort zu ergänzen, sind auch die anderen bildhauerischen Arbeiten sehr eindruckvoll. Persönlich gefielen mir die vielen „Charakterköpfe“ sehr gut, Arbeiten, die ein völlig anderes Schlaglicht auf den Künstler werfen, wenn man vorher nur die Reliefs vom Stadtgottesacker kannte (es wird den anderen Eröffnungsbesuchern nicht anders ergangen sein). Aber da gibt es noch viel mehr zu entdecken, die freie Plastik von Golter bietet viel Raum für eigene Interpretationen und ist durch ihre Gegenständlichkeit auch begreifbar und ja… schön und ästhetisch. Trauen wir uns ruhig, uns mit Kunst nicht nur auseinanderzusetzen, sondern sie auch zu mögen. Neben den Arbeiten von Marcus Golter ist natürlich auch die Dauerausstellung im Stadtmuseum einen Besuch wert. Das HalleSpektrum lädt sie herzlich dazu ein.
Als Vorgeschmack einige Impressionen von der Personalausstellung von Marcus Golter:
Zur bewusst bis zum Reformationstag stattfindenden Ausstellung ist eine ganze Reihe von Veranstaltungen wie Sonderführungen auf dem Stadtgottesacker Halle – auch eine Nachtführung – sowie Führungen in der Ausstellung und auch Vorträge, vielfach durch den Bildhauer Marcus Golter, vorgesehen. Dazu Näheres beim Stadtmuseum.
„Marcus Golter. Ein feiner, stiller Ort … Reliefs am Stadtgottesacker und freie Plastik“
Ausstellung des Halleschen Kunstvereins e.V. in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Halle
Ein Betrag zum Reformationsjubiläum 2017
26. April – 31. Oktober 2017
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag: 10 – 17 Uhr


