Am Samstag, dem 1. Oktober 2022 um 15:00 Uhr wird ein
Theaterstück in der Anstaltskirche der JVA Halle, Am Kirchtor 20,
aufgeführt.
Das Theaterstück „Der Prozess des Hans Litten“ von Mark Hayhorst
wurde vom Pauken & Poeten Theater Magdeburg und der Arbeit und
Leben Sachsen-Anhalt gGmbH neu inszeniert. Es ist ein politisches
Stück, das auf historischen Tatsachen basiert, gleichzeitig aber
auch ein intensives menschliches Drama zeigt: den vergeblichen
Kampf einer Mutter – Irmgard Litten – um das Leben ihres
Sohnes.
Hans Litten ist der Rechtsanwalt aus Halle, der 1931 in einem historisch bedeutsamen Prozess Adolf Hitler im Gerichtssaal vernimmt und ihn dabei bloßstellt. Diese Demütigung verzeiht Hitler dem jungen Anwalt nie. So lässt er ihn schon 1933, kurz nach der Machtübernahme, verhaften. Fünf Jahre später stirbt Hans Litten im Alter von 34 Jahren im KZ Dachau.
In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung
Sachsen-Anhalt und der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt wird
das Stück in Zusammenarbeit mit vier Gedenkstätten an historischen
Standorten präsentiert. Einer dieser Orte ist die Anstaltskirche
der JVA Halle.
Das bereits 1842 eröffnete Gefängnis „Roter Ochse“ diente im
Nationalsozialismus zur Vollstreckung von Haftstrafen an männlichen
Gefangenen, darunter zahlreichen aus politischen Gründen
Verurteilten. Von Herbst 1942 bis Kriegsende wurden dort zudem
Todesurteile gegen insgesamt 549 Menschen vollstreckt. Zwischen
Sommer 1945 und 1952 führte die sowjetische Besatzungsmacht
Militärtribunale im „Roten Ochsen“ durch. Von 1950 bis 1989 nutzte
das Ministerium für Staatssicherheit der DDR einen Teil der Gebäude
als Untersuchungshaft-anstalt.
Die Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) erinnert seit 1996 an
die Opfer politisch motivierter Justiz.
Nur wenige hundert Meter von der Gedenkstätte entfernt, in der
Burgstraße, befindet sich das Geburtshaus von Hans Litten, das mit
einer Erinnerungstafel gekennzeichnet ist.
Tickets für das Theaterstück sind online unter https://eveeno.com/169537675 zu
erwerben (möglichst bis drei Tage vorher). Zum Besuch der
Veranstaltung ist ein amtliches Ausweis-dokument erforderlich.
Es besteht Maskenpflicht (FFP2 oder med. Maske)
auf dem Weg vom Eingang zur JVA bis zum Sitzplatz in der
Anstaltskirche sowie in den Pausen.