Friedrich Merz hat einen Wahn:Arbeitnehmer betrügen nach Strich und Faden ihre Arbeitgeber: Seine Lösung ( die zu ihrer Schande auch „meine“ SPD mitmacht): wie anno dunnemals am ersten Tag zum Arzt. Ins vollgehustete, enge Wartezimmer. Wenn Du überhaupt einen Termi bekommst. Was macht der Arzt dann ? Die klassische Frage stellen. „Brauchen Sie eine Krankschreibung“. Ja, braucht man, dank der neuen Rechtslage. Ärzte schreiben dann - und das weiß ich von früherer Praxis- selten unter einer Woche krank. Abgesehen von alledem: der Arbeitnehmer wird zum Arzt gequält, die Praxen voll, die Kassen müssen den Scheiß auch noch bezahlen, und zur Infektiobszeit infizieren sich locker drei weitere Patienten im stickigen Hustenerlebniszentrum.
Aus der Sicht des Privatfliegers und Durchschnittsverdieners Merz alles gut durchdacht.
Persönlich hatte ich in den letzten 2-3 Jahren 2-3 solcher „Karenztage“ beansprucht. Jeweils nach einer Corona-Impfung. Das ging problemlos. Jetzt aber 1. Tag danach, nach der Impfung in der Apotheke sich bei einen Hausarzt wegen Dünnschiss, Fieber und Nebenwirkungen melden, in der Erwartung, sofort eine „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“ zu erhalten? Oder lieber gleich nach dem Impftermin Urlaub beantragen?
Arbeitnehmer, die nicht bescheißen, werden bestraft. Die schwarzen Schafe hingegen bekommen gewiss einen Krankenschein. Und fallen dann länger aus.
Beim Thema Bürokratieabbau sind sie sich alle einig. "„Der Staat sollte den Menschen und Unternehmen wieder mehr Vertrauen schenken."
Der Beschluss im Hinblick auf die Krankschreibungen trieft vor Misstrauen.
Es ist schwachsinnig, das in ein Gesetz packen zu wollen. Dazu sind Betriebsvereinbarungen da.
Mir ging es nach den C-lmpfungen wie dir, hei-wu. Nach der ersten bin ich früher nach Hause gegangen, nach den beiden anderen habe ich je einen (bezahlten) Karenztag genommen. Wäre ich zum Arzt gegangen, hätte er mich ne Woche krankgeschrieben.
Merz hat nicht ganz Unrecht:
https://www.merkur.de/politik/interne-statistik-entlarvt-merz-beamte-und-politiker-haeufiger-krank-als-durchschnittsbuerger-zr-94380869.html
"Demnach fehlten Mitarbeiter in Deutschlands wichtigsten Bundesbehörden im Jahr 2024 an 15,2 Krankheitstagen im Jahr. Im Bundesvergleich lag der Wert 2024 bei 14,8 Krankheitstagen. Die häufigsten Fehltage gab es im Bundesrat mit 25,2 Fehltagen, gefolgt vom Bundestag mit 22,3 Tagen."
Man wird wenig Themen finden in denen man sich im politisch zerstrittenen Deutschland relativ einig wird, eines dürfte sein, dass man bei Politikern zu hohe Belastung durch die eigentliche Arbeit als Faktor ausschließen kann.
Ob 0.4 Krankeheitstage relevant sind? Keine Ahnung. Zum beliebten „Die Politiker“-Bashing scheint mir das wenig tauglich. Das Durchschnittsalter von Politikern ist deutlich höher als das „normaler“ Arbeitnehmer. Könnte auch damit zusammenhängen. Man kann salopp auch damit rechnen, dass die Krankenstände spürbar steigen, wenn das Rentenalter auf die 70 zugeht.