„Warum soll Arbeit höher belastet werden als Kapitaleinkünfte? Diese Frage stellte Grünen-Politiker Robert Habeck am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" und löste damit eine hitzige Debatte aus.“
und schon geht der Shitstorm los. Das ist eine der vielen Schwachstellen unserer angeblich sozialen Markwirtschaft, Habeck nimmt die ernst, sticht hinein, die Empörung der „Systempresse“ ( habe mir mal erlaubt, diesen Behriff aus dem Nazilager zurück zu erobern), kommt gerade als Empörungwelle zurück. „Unsere Spareinlagen“: UNSERE schreibt das Blatt mit dem eingebauten Volksempfinden. Spannende Frage an Euch alle: wollt ihr jetzt mehr Kassenbeiträge auf Euren Lohn zahlen oder sollen auch andere Mitglieder dieser Gesellschaft auch herangezogen werden? Sozialstaat nur als Zwangsgemeinschagt der Arbeitnehmer? Die versicherungsfremde Leistungen in Form der Mütterrente zu leisten haben ?
Eine Steuererhöhung als Beitrag zur Sozialversicherung umschreiben ist Populismus. In ein Versicherungssystem zahlen die Arbeitnehmer ein und erwerben damit Ansprüche auf Zahlungen in der Zukunft. Werden Sozialversicherungsbeiträge auf Kapitalgewinne erhoben, wer erwirbt dafür Rentenansprüche? Der Vorstand der Lebensversicherung? Der Betriebsrat der Sparkasse? ...
Steuererhöhung auf Kapitaleinkünfte kann man wollen, sollte es allerdings auch klar aussprechen. Der Steuersatz von 25% wurde einmal festgelegt, um Investoren nicht aus dem Land zu treiben und befindet sich international im Mittelfeld. Die EU mit dem Green Deal oder die Grünen mit dem Bürger*innen-Fond sind auf privates Kapital angewiesen, ohne funktioniert es nicht. Bei einer Dividenden-Rendite von 8% muss die Inflation erwirtschaftet werden, die Zinsen bezahlt und dann noch jeder 2. Euro an Steuern an den Staat abgeführt werden. Wie gesagt, kann man machen, sollte sich allerdings nicht wundern, wenn das Geld aus Deutschland abfließt und die dringend notwenigen Investitionen nicht mehr finanzierbar sind.
Es scheint mal wieder einer der berühmten Tests Habeckscher Wirtschaftspolitik zu sein. Wir probieren mal aus und sehen, wie die Bürger darauf reagieren. Nach 3 Lehrjahren immer noch kein Gesellenbrief, er sollte den Ausbildungsvertrag nicht noch einmal verlängern.
Ich kann hier B2B nur voll zustimmen. Diese verzweifelten "Maßnahmen" des Herrn Habeck sind einfach nicht zu verstehen.
Du brauchst das Wort Systempresse nicht zurück erobern, es war immer fest in der Hand vom politischen Rand. Bei Dir und den Kameraden rechts neben Dir.
Herr Habeck ist auf der Suche nach Geld, mehr nicht. Bei ihm weiß man leider nur nie ob es Inkompetenz ist oder er das Land absichtlich vor die Wand fährt.
Übrigens wäre eine faire Beteiligung okay, hier geht es nur um eine Mehrbelastung. Ansonsten wäre eine faire Lösung des Problems kein Problem. Einfach Beamten etc. entsprechend beteiligen, dazu als Staat fair die Kosten zahlen (Krankenkassen) die man verursacht und auch weniger verursachen.
Aber wie bei allen Populisten fallen die Fans auf die dümmsten Vorschläge rein, Kritik ist Nazi, mindestens.
Deine "Systempresse" ist noch viel zu nett. Die sollte thematisieren wie Habeck unsere Energiesicherheit zerstört hat, Deutschland Deindustrialisiert, Strompreise und Kosten des täglichen Lebens extrem verteuert hat und beim Zerfall der Ampel und dringenden Problemen in seinem Ressort lieber ein Buch raus bringt. Die könnte auch zeigen(nicht nur hinter der paywall) wie niederträchtig die größte Putinpartei in Deutschland ist, denn Herr Scholz hält Ukrainehilfen, bestehend vor allem aus Flugabwehr für nicht notwendig:
"Bundeskanzler Olaf Scholz indes sieht derzeit keinen Bedarf für eine Aufstockung der bisher geplanten deutschen Waffenhilfe. Seine Sprecherin Christiane Hoffmann gab sich am Freitag wortkarg zu dem Thema. Hilfen für die Ukraine seien immer Thema innerhalb der Bundesregierung, sagte Hoffmann, über die internen Gespräche werde sie aber nicht berichten."
BSW und AfD stimmen ihrem Genossen da übrigens eifrig zu.
Putin hat vor Freude gestern erst wieder ein Feuerwerk gezündet...
Das Problem des Habeckschen Vorschlags, zur Finanzierung des Sozailversicherungssystems auch Kapitalerträge der Versicherten heranzuziehen, ist meines Erachtens: Man hat den Verdacht, dass der Vorschlag gemacht wurde, ohne ihn sich richtig überlegt zu haben. Sollten von den Kapitaleigentumsbeziehern nur die einzahlen, die unselbständig arbeiten und deshalb sozialversichert sind und die anderen nicht? Und wäre das irgendwie zu rechtfertigen? Und wenn alle herangezogen werden sollen, warum erhöht man nicht einfach den steuerfinanzierten Zuschuss zur Rentenversicherung und spart sich damit einen weiteren Umverteilungsmechanismus?
Natürlich gibt es gute Gründe für mehr und andere gute Gründe für weniger Umverteilung. Was ich denke: Wie die Lage derzeit ist, wird man in Deutschland nicht darum herumkommen, ein bisschen die Abgaben zu erhöhen, ein bisschen die Sozialleistungen zu kürzen, und ein bisschen mehr Schulden aufzunehmen.