Es war ein Nachmittag voller Täuschung, Angst und geplatzter Lügen: Am Donnerstag wurden der Polizei gleich elf sogenannte Schockanrufe gemeldet – allesamt der Versuch, gutgläubige Bürgerinnen und Bürger mit einer besonders perfiden Masche zu betrügen.
Die Täter gaben sich am Telefon als Polizeibeamte oder Justizmitarbeiter aus. Ihre Geschichte: Ein naher Angehöriger der Angerufenen habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um eine sofortige Inhaftierung abzuwenden, müsse nun eine Kaution gezahlt werden – möglichst rasch und in bar. Die Anrufe zielten direkt auf das emotionale Herz der Menschen: Panik, Sorge und Hilflosigkeit.
Kein Schaden – dank klarem Verstand
Dass es in keinem der elf Fälle zu einem Schaden kam, ist allein der besonnenen Reaktion der Betroffenen zu verdanken. Sie ließen sich nicht unter Druck setzen, beendeten die Gespräche und verständigten die Polizei. Diese lobt das umsichtige Verhalten ausdrücklich und warnt zugleich: „Die Täter gehen hochprofessionell vor. Sie sprechen akzentfrei, bauen psychologischen Druck auf und nutzen technische Mittel, um ihre Nummer zu verschleiern“, so ein Sprecher der Polizeidirektion Halle.
Warnung: Nicht sprechen, sofort auflegen
Die Polizei appelliert an die Bevölkerung: Geben Sie am Telefon keinerlei Auskünfte über familiäre oder finanzielle Verhältnisse. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an fremde Personen. Im Zweifel: auflegen und selbst den Polizeinotruf 110 wählen.