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Dicke Luft unter der Dusche

Pflanze der Woche, 23. Februar – 1. März 2026

Nixi stand unter der Dusche. Das Wasser floss gleichmäßig, der Dampf hing in der Luft. Alles war still, bis die Tür knarrte.

Heino trat ein. Ohne ein Wort setzte er sich auf die Kloschüssel. Nixi zog den Vorhang enger, starrte ihn an. „Sag mal – SPINNST du?“, rief sie.
„Das hättest du dir nicht fünf Minuten verkneifen können? Das STINKT! Ich hasse das!“ Da will man einmal ein feines duftend Duschbad nehmen, mal so richtig durchatmen, und dann kommst Du hier reingefurzt !.

Heino murmelte eine Entschuldigung, fahrig, beinahe lächerlich, als würde er selbst nicht wissen, warum er es wagte. Sein Blick fiel auf das Fensterbrett, auf die Pflanze, die er neulich stolz angeschleppt hatte.
„Und die soll die Luft reinigen?“, fragte Nixi scharf. „Dieser grüne Lappen bringt doch GAR nichts.“

Die Pflanze hing ruhig da. Ranken fielen über den Topfrand, Blätter glänzten, einige herzförmig, andere schmal. Sie nahm keinen Notiz von dem Chaos, keine Regung. Eine stille Beständigkeit, die Nixi in Menschen nur selten erlebte. Anders als Heino, der offenbar überzeugt war, mit dieser Pflanze und den gelb-grün gefleckten Blättern die Luft rein und von Schadstoffen frei halten zu können.

Heino zog entnervt die Augenbrauen hoch.
„Das geht nicht so schnell. Die arbeitet über Spaltöffnungen. Und du hast von Tuten und Blasen keine Ahnung.“

Nixi riss den Vorhang halb auf, tropfend, die Stimme hart: „SPALT? ÖFFNUNGEN? BLASEN?! Du Schwein, verschwinde hier!“

Als er gegangen war, öffnete sie das Fenster. Sie blickte auf die Pflanze und dachte trocken: „Toll. Adam und Efeu. Ein Badparadies stelle ich mir anders vor. jedenfalls nicht stinkend. Wie eine Horde Adams.“

Fragen an unsere Leser:

Um welche Pflanze handelt es sich?

Kann sie tatsächlich Gerüche oder Schadstoffe aus der Luft filtern?

Sind Spaltöffnungen was Unanständiges?

Ist sie giftig?

Wo liegt ihre natürliche Herkunft?

Und passt sie klimatisch in ein Badezimmer?

Auflösung der letzten Pflanze der Woche („ätzend oder der letzte Schrei? eine ZZimmerpflanze mit zwei ZZ“): Zamioculcas zamiifolia, Glücksfeder“.



„Rati hatte es kurz und knapp gemacht: Glücksfeder Zamioculcas zamiifolia. Aaronstabgewächse. Enthält Calciumoxalat“

So ist es, nur hier noch ein wenig ausführlicher:

Familie und Verwandtschaft:
Zamioculcas gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Die enge Verwandtschaft mit dem giftigen Aronstab zeigt sich in der Kolbenblüte und in den enthaltenen Calciumoxalat-Kristallen, die beim Kauen oder Kontakt mit Schleimhäuten Irritationen hervorrufen können.

Botanische Herkunft:
Die Pflanze stammt aus Ostafrika, insbesondere Somalia und Tansania, wo sie in trockenen Savannen überlebt. Die dickfleischigen, glänzenden Blätter speichern Wasser, sodass sie lange Trockenperioden übersteht – ein Paradebeispiel eines Überlebenskünstlers.

Eignung als Zimmerpflanze:
Zamioculcas ist äußerst pflegeleicht: Sie toleriert wenig Licht, seltenes Gießen und verzeiht unachtsame Pflege. Ihre immergrünen, dunkelgrünen Blätter verleihen ihr dekorative Schönheit, ohne extravagant zu wirken.

Blüte und Blütenökologie:
In der Natur bildet sie aufrechte Kolben, die von einer schützenden Hochblatthülle umgeben sind. Die Blüten sind klein und unscheinbar, bestäubt vor allem von Insekten wie Käfern oder Fliegen. In Zimmerkultur blüht sie nur selten.

Giftigkeit:
Alle Pflanzenteile enthalten Calciumoxalat-Kristalle, die bei Verschlucken oder Hautkontakt Reizungen verursachen können. Vorsicht ist also geboten – besonders für Kinder und Haustiere.

Historisches und kulturelles Wissen:
Seit der Entdeckung im 19. Jahrhundert und ihrer Einführung als Zimmerpflanze in den 1980er Jahren erfreut sich Zamioculcas großer Beliebtheit. Ihre Robustheit und immergrüne Schönheit machen sie zu einer zeitlosen Dekoration für Wohnräume, während ihre Überlebensfähigkeit in trockenen Savannen ihre Herkunft und Geschichte in sich trägt.

Weitere „Pflanzen der Woche“ findet Ihr in unserem Archiv – alle, seit 2016.

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