Die Zahl der Zuzüge von Syrerinnen und Syrern nach Sachsen-Anhalt ist von Januar bis August 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erheblich zurückgegangen. Laut vorläufigen Zahlen der Wanderungsstatistik des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt verzeichnete das Land im genannten Zeitraum insgesamt nur 1.246 Zuzüge von Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit. Dies entspricht einem Rückgang von 37,8 % im Vergleich zu den 2.004 Zuzügen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei den männlichen Zuzügen aus, die mit -45,5 % sogar nahezu die Hälfte der Zuzüge des Vorjahres ausmachten. Im gleichen Zeitraum wurden 1.403 Männer und 601 Frauen aus Syrien nach Sachsen-Anhalt gemeldet. Die höchsten Zuzugszahlen wurden im September 2024 mit 355 Zuzügen verzeichnet, während die Zahl im Januar 2025 im Vergleich zum Vormonat um -30,6 % zurückging. Besonders auffällig war der weitere Rückgang in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025, in dem im Mai 2025 nur noch 115 Zuzüge registriert wurden.
Der Rückgang der Zuzüge von syrischen Staatsangehörigen lässt sich vor allem durch die politischen Entwicklungen in Syrien erklären. Nach dem Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024 erlebte Sachsen-Anhalt einen deutlichen Rückgang der Zuzüge, was einen direkten Zusammenhang mit der Verbesserung der politischen Lage in Syrien widerspiegelt.
Im Jahr 2024 waren insgesamt 3.351 Syrerinnen und Syrer nach Sachsen-Anhalt zugezogen – eine Zahl, die jedoch im Jahr 2025 deutlich zurückging. In den ersten acht Monaten des Jahres 2025 blieb die Zahl der Zuzüge jedoch weiterhin über den Fortzügen, die im selben Zeitraum auf 778 Personen anstiegen – ein Anstieg von 73,5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (451 Fortzüge). Die Zahl der Ausreisen begann bereits im Sommer 2024 zu steigen, als insbesondere männliche Syrer ab Juli eine verstärkte Auswanderung aufwiesen. Der Höchststand an Ausreisen wurde im April 2025 mit 113 Fortzügen erreicht.
Obwohl die Zahl der Zuzüge von Syrern nach Sachsen-Anhalt seit der großen Flüchtlingswelle von 2015 stetig zurückging, zeigt sich ein Trend hin zu einer Normalisierung der Migration. 2015 waren insgesamt noch 17.078 Zuzüge zu verzeichnen, was die größte Flüchtlingswelle in der Geschichte Sachsen-Anhalts darstellt. Bis 2020 hatte sich die Zahl der Zuzüge auf nur noch 1.270 pro Jahr reduziert, bevor sie ab 2021 wieder anstieg und 2023 einen neuen Höhepunkt mit 3.643 Zuzügen erreichte.