Zeit für Konsequenzen
Gipfel der Verlogenheit
„Mit großer Empörung nimmt die LINKE die Rücktrittsforderung der
CDU gegenüber Dr. Bodo Meerheim zur Kenntnis.
Nicht das Insolvenzverfahren der SkV KiTa gGmbH ist ein Tiefpunkt
in der Kommunalpolitik, sondern die Erklärung der CDU. Steht doch
in ihr geschrieben, dass sich die CDU für die Rettung des SkV
ausspricht, wenn Bodo Meerheim seine politischen Ämter niederlegt.
Diese Form der Erpressung ist einmalig. Der unfassbare Versuch, die
wirtschaftliche Situation eines hoch anerkannten Trägers für die
Kinderbetreuung auszunutzen, um sich kurzfristig eines politischen
Konkurenten zu entledigen, ist aufs schärfste zurückzuweisen.
Dass die CDU in einem Finanzausschussvorsitzenden Meerheim gar eine
Gefahr für die städtischen Finanzen sieht, ist der Gipfel der
Verlogenheit. Hat sie doch sämtliche Haushaltskompromisse der
letzten Jahre – die ohne Bodo Meerheim nie zu Stande gekommen wären
– mitgetragen.
Zudem ist die Unterstellung des „Filzes“ eine Kampfansage an jeden
politisch und gesellschaftlich Engagierten in unserer Stadt – es
sei denn er ist in der CDU. Niemand würde beispielsweise dem
Stadtrat Sänger vorwerfen, dass er sich für einen Fußballverein
engagiert, dessen Hauptsponsor eine städtische Wohnungsgesellschaft
ist, deren langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender er gleichzeitig
war. Eine Argumentation auf diesem Niveau bedient nur die
demokratiefeindliche Debatte um eine angebliche Vereinsmafia. Zum
Vorwurf selbst ist festzuhalten, dass das Sponsoring von SV Union
Halle-Neustadt durch die GWG bereits aus der Wendezeit und einer
gemeinsamen Geschichte davor herrührt. Bodo Meerheim ist erst seit
2001 Präsident von Union.
Wer wie die CDU so brachial mit Dreck wirft will wohl eher von
eigenen Problemen ablenken.
Diese Forderung von einem blassen Bundestagskandidaten, der mit
seinen Anträgen im Stadtrat den Beinamen „Vergnügungspolitischer
Sprecher“ hat und von einem profilierungssüchtigen
Kreisvorsitzenden, der es als Bildungsminister nicht mal schafft,
die halleschen Schulen mit Lehrern zu versorgen und den
Förderschulen die pädagogischen Mitarbeiter nimmt ist
unglaubwürdig.
DIE LINKE steht sowohl als Fraktion als auch als Partei hinter Bodo
Meerheim und stärkt ihm den Rücken. Meerheim hat sich aus allen
Abstimmungen zum SkV rausgehalten. Ein Rücktritt würde also keine
Veränderung herbeiführen. Der Stadtrat ist aufgefordert, unabhängig
von persönlichen Animositäten oder Zuneigungen, die beste Lösung
für die Stadt zu finden und dabei das fachliche Wirken des SkV zu
berücksichtigen.“
6 comments on “Update: Insolvenzverfahren der SKV-Kita gGmbH”
Werter Herr Marco T., falls Sie es noch nicht mitbekommen haben, sind Geschäftsführer, Aufsichtsratsvorsitzender, Verreinsvorsitzender, Vorsitzender des Finanzausschusses … alles Wahlfunktionen, in die man sich nicht selbst einsetzen kann. Mithin sind Ihre Einlassungen nur als das zu werten, was sie sind: Substanzlos.
Und ob Sie nicht ein Risiko für Sachsen-Anhalt sind, wird sich noch erweisen. Für Halle, die Stadt und ihre Einwohner, ist dieses schon klar. Machen Sie einfach doch nur ihre Arbeit in Magdeburg, da haben Sie genug davon und auch viel Müll vom Vorgänger geradezubiegen. Wir werden sehen, wie Ihnen das gelingt, ebenfalls mit öffentlichen Geldern.
Übrigens fand sich damals, bei der unbedingten Privatisierung der städtischen Kita-Landschaft kein namhafter CDU-Anhänger, der diese übernehmen wollte… Auch das sollte zu denken geben… Es ist billig und obszön, jetzt, im Glashaus sitzend, mit Steinen zu werfen.
Die Vorsitzenden der Stadtratsausschüsse werden zwar vom Stadtrat gewählt, aber die Fraktionen haben je nach Ihrer Größe ein Zugriffssrecht und es ist m.E noch nie vorgekommen, dass ein von der jeweiligen Fraktion benannter Stadtrat für einen Ausshussvorsitz vom Stadtrat nicht akzeptiert wurde.
Da die Rahmenbedingungen für die Kita-Finanzierung stark vom Finanzausschuss bestimmt werden, ist es schon problematisch, wenn der Vors. des Finanzausschusses Geschäftsführer der KITA gGmbH ist.
Bedenklich ist die Finanzausstattung der Kindergärten.
Ein Schwerpunkt ist laut MZET ist der Brandschutz in den Einrichtungen, der bei schon bei den OBinnen jahrelang verschleppt wurde!
Das ist jetzt der Gipfelpunkt der jahrzehntelangen finanzpolitischen Mißwirtschaft in der Stadt, den die CDU mit ihrer Tolerierung derselben mit zu vertreten hat.Daher auch das : Zünd an, es kommt die Feuerwehr!
Im Grunde hat Tullner doch nur klargemacht, dass ihn die Zukunft der Kindergärten und des SKV nicht interessiert, sondern er das zum Abrechnen mit einem politischen Konkurrenten nutzen will. Was ist eigentlich mit den anderen Trägern (wie wohl der AWO etc) und deren Fördergeldrückzahlungsforderungen? Die werden wohl nicht von Meerheim geführt oder warum interessieren die einen Tullner nicht
Marco Tullner hat bis zu einem gewissen Grad Recht.
Dass auch eine gemeinnützige GmbH ordentlich wirtschaften, Fördermittel korrekt abrechnen und Rücklagen bilden muss, dürfte nicht umstritten sein, zumindest theoretisch. Dass diese Regeln im Falle SKV nicht so genau eingehalten wurden, steht nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts in Halle außer Frage.
Wie es dazu gekommen ist und warum fragliche Betriebskostenabrechnungen durchgewunken wurden, ist für mich, anders als für den Bildungsminister, der von „Filz“ spricht, offen.
Es ist nicht zu leugnen, dass im Fall SKV und Umfeld personelle und wirtschaftliche Verflechtungen bestehen. Diese sind nicht neu. Sie gab es auch früher zur Zeit der „OBinnen“, wie es @redhall nennt, und sie waren und sind nicht gerade transparent.
Leider kann dadurch der Eindruck entstehen, dass es nach dem Motto „man kennt sich und man hilft sich“ gehandelt wurde. Das ist aber keinesfalls bewiesen und sicherlich nicht die einzige denkbare Erklärung.
Man sollte deshalb, insbesondere als Minister, mit solchen Sprüchen vorsichtiger umgehen. Denn damit wird ungewollt die Glaubwürdigkeit der Politik und deren Vertreter sowie demokratisch gewählter Gremien pauschal und voreilig in Frage gestellt. Was das für Konsequenzen haben kann, insbesondere in Sachsen-Anhalt, wo Rattenfänger derzeit kein so schwieriges Terrain unter den Wählern haben, soll jeder mit sich selbst ausmachen.
@lou schön zusammengefasst.