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Zahl der Verkehrstoten in Mitteldeutschland weiter drastisch gestiegen. Niemand kennt die Ursache.

Trotz insgesamt positiver Trends in der Verkehrssicherheit ist die Entwicklung der Unfallzahlen in Sachsen alarmierend: Die Zahl der Verkehrstoten stieg dort im Jahr 2023 um erschreckende 59,3% gegenüber dem Vorjahr. Mario Schwarz, Gebietsleiter Ostdeutschland bei DEKRA, äußerte sich besorgt über diese dramatische Entwicklung, die Sachsen zum traurigen Spitzenreiter bei tödlichen Verkehrsunfällen in Deutschland macht.

„Wir dürfen es nicht einfach hinnehmen, dass Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – neben Niedersachsen – die Bundesländer mit den meisten Verkehrstoten pro Million Einwohner sind“, sagte Schwarz am Donnerstag in Leipzig bei der Präsentation des DEKRA Verkehrssicherheitsreports 2024. In Sachsen starben im Jahr 2023 insgesamt 188 Menschen im Straßenverkehr, ein drastischer Anstieg von 118 im Vorjahr. Besonders besorgniserregend: Eine klare Ursache für diesen Anstieg konnte bislang nicht identifiziert werden.

Zu hohe Geschwindigkeit, Missachtung der Vorfahrt, ungenügender Sicherheitsabstand und Alkohol gehören zu den häufigsten Unfallursachen. Doch Schwarz betonte, dass über die Hälfte der Unfälle auf andere Faktoren zurückzuführen sei, die vermutlich auch die Straßeninfrastruktur betreffen. „Der rasante Wandel im Mobilitätsverhalten stellt enorme Anforderungen an unsere Straßen. Wir müssen dringend handeln, um diese Risiken zu minimieren“, forderte er.

Der DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2024, der unter dem Motto „Verkehrsräume für Menschen“ steht, hebt hervor, dass die Infrastruktur vielerorts nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht. Die Planungs- und Umsetzungsprozesse müssen beschleunigt und Hindernisse wie Überreglementierungen abgebaut werden, um auf die schnellen Veränderungen im Mobilitätsbereich reagieren zu können.

Schwarz plädiert für gezielte Investitionen in die Infrastruktur, die Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme und eine verstärkte Verkehrsüberwachung. Die Sicherheit müsse immer im Mittelpunkt stehen, unabhängig davon, ob es sich um Mischverkehrsstraßen, Autobahnen oder spezielle Verkehrsbereiche wie Fußgängerzonen und Radschnellwege handelt.

Der Verkehrssicherheitsreport steht online unter www.dekra-roadsafety.com zum Download zur Verfügung. Hier finden Interessierte auch weiterführende Inhalte und interaktive Grafiken.

Die DEKRA hat zehn konkrete Forderungen aufgestellt, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, darunter die Beschleunigung von Planungsverfahren, der Ausbau sicherer Überholspuren und die Schaffung intelligenter Verkehrssysteme. „Es ist höchste Zeit, diese Herausforderungen anzupacken und die Verkehrssicherheit für alle zu gewährleisten“, betonte Schwarz abschließend.

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