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Zahl der Leiharbeitenden in Sachsen-Anhalt geht weiter zurück

Magdeburg. Die Bedeutung der Arbeitnehmerüberlassung am Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt nimmt weiter ab. Wie aktuelle Auswertungen der Bundesagentur für Arbeit zeigen, waren im Juni 2025 rund 14.700 Menschen in der Zeitarbeit beschäftigt. Das sind etwa 700 weniger als ein Jahr zuvor – ein Rückgang von rund fünf Prozent.

Trotz ihrer Funktion als flexibles Instrument für Unternehmen bleibt die Zeitarbeit damit ein vergleichsweise kleiner Bereich des Arbeitsmarktes. Insgesamt arbeiteten im vergangenen Jahr rund zwei Prozent aller Beschäftigten im Land in der sogenannten Arbeitnehmerüberlassung.

Zeitarbeit beschreibt ein Dreiecksverhältnis zwischen einem Verleihunternehmen, den Beschäftigten sowie einem entleihenden Betrieb. Unternehmen greifen häufig auf dieses Modell zurück, um kurzfristige Auftragsspitzen oder Personalengpässe auszugleichen.

Auffällig ist eine Verschiebung innerhalb der Beschäftigtenstruktur. Während die Zahl deutscher Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer um rund 1.100 Personen zurückging, stieg die Zahl der ausländischen Beschäftigten leicht um etwa 200 an. Besonders häufig werden Zeitarbeitskräfte in der Logistik eingesetzt. Rund 42 Prozent arbeiteten zuletzt in Bereichen wie Lagerwirtschaft, Post, Zustellung und Güterumschlag. Weitere 16 Prozent waren in Metall- und Maschinenbauberufen tätig, etwa vier Prozent in der Lebensmittel- und Genussmittelproduktion.

Auch bei den Übergängen in Beschäftigung zeigt sich ein leichter Rückgang. Im Jahr 2025 nahmen rund 6.400 zuvor arbeitslose Menschen eine Tätigkeit in der Zeitarbeit auf – etwa 200 weniger als im Jahr davor. Gleichzeitig meldeten sich 7.200 ehemalige Leiharbeitende arbeitslos, rund 72 Prozent von ihnen aus Helfertätigkeiten.

Zeitarbeitsfirmen meldeten im vergangenen Jahr dennoch etwa 5.800 neue Stellen bei den Arbeitsagenturen. Das waren rund 100 mehr als im Vorjahr. Ein großer Teil der Angebote richtete sich an geringqualifizierte Arbeitskräfte: 42 Prozent der gemeldeten Stellen waren für Helfer vorgesehen, 52 Prozent für Fachkräfte.

Deutliche Unterschiede bestehen weiterhin bei der Bezahlung. Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer verdienten Ende 2024 im Median rund 2.200 Euro brutto im Monat. Zum Vergleich: Der Medianlohn aller Vollzeitbeschäftigten lag bei etwa 3.400 Euro. Gründe für diese Differenz sind unter anderem der hohe Anteil einfacher Tätigkeiten, der geringere Einsatz von Spezialisten und Experten sowie tarifliche Regelungen mit einer Wochenarbeitszeit von 35 Stunden in der Zeitarbeit.

Nach Einschätzung von Markus Behrens wirken sich derzeit auch wirtschaftliche Unsicherheiten auf die Branche aus. Wenn Unternehmen weniger Aufträge haben, werde Zeitarbeit häufig zuerst reduziert, bevor Stammbelegschaften angepasst würden. Zugleich zeige sich, dass Betriebe in wirtschaftlich unsicheren Zeiten eher auf langfristige Beschäftigungsverhältnisse setzen.

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