Seit dem 2. Mai sind die beiden Erdwölfe Ed und Christel die neuesten Bewohner des Halleschen Bergzoos, der die Tiere zum ersten Mal in seiner Geschichte hält. Erdwölfe sind eine tiergärtnerische Rarität, nur 14 Tiere werden europaweit in sechs Zoos gehalten, in Deutschland nur noch in Berlin. Ed und Christel stammen aus dem Rare Species Conservation Centre (RSCC) in Sandwich, England und kamen über einen kurzen Zwischenstop in Magdeburg in den Zoo Halle. Die beiden Tiere sind acht Jahre alt und sollen im Zoo auch für Nachwuchs sorgen.
Zoobesucher können die Tiere auf der eigens für sie umgestalteten Anlage bestaunen, vis-à-vis zu Blessböcken und Bergzebras, mit denen sie sich auch in der Natur den Lebensraum teilen. Am vergangenen Freitag durften Ed und Christel zum ersten Mal auch ihre Außenanlage kennenlernen. Christel war ganz klar die Mutigere – sie steckte als Erste ganz vorsichtig ihre Nase nach draußen, Ed folgte ihr kurz darauf. Inzwischen toben beide schon ausgelassen über die Anlage oder baden in der Sonne.
Hochspezialisierte Insektenfresser
Erdwölfe gehören entgegen ihrem Namen zur Familie der Hyänen und
damit Katzenartigen. Mit nur 50 cm Schulterhöhe sind sie die
kleinste Hyänenart. Aber im Gegensatz zu ihren vorwiegend aas- und
fleischfressenden Verwandten sind Erdwölfe hochspezialisierte
Insektenfresser, die sich fast ausschließlich von einer einzigen
Termitengattung ernähren. Die Insekten suchen nachts in Gruppen auf
der Erdoberfläche nach Nahrung. Dort lecken Erdwölfe sie mit ihrer
breiten und klebrigen Zunge vom Boden, bis zu 300.000 Stück pro
Nacht.
Während Erdwölfe es sich schmecken lassen, gibt es kaum
Nahrungskonkurrenten, da die Insekten aufgrund giftiger
Ausscheidungen von anderen Tieren verschmäht werden.
Fremdgehen erlaubt
Erdwölfe kommen in buschbestandenen Savannen und Graslandschaften
im südlichen und östlichen Afrika vor und bewohnen dort paarweise
selbstgegrabene oder von anderen Tieren verlassene Baue. Trotz der
monogamen Lebensweise streifen die Weibchen nachtsüber oft an den
Reviergrenzen entlang, um sich mit anderen Männchen zu paaren.
Ungeachtet dessen ziehen die festen Partner alle Jungtiere auf,
auch die Kuckuckskinder. Solange die Welpen in den ersten
Lebenswochen den Bau noch nicht verlassen, schlafen die Männchen
allerdings lieber in ihrer eigenen Höhle.


3 comments on “Wölfe nun auch in Halle”
Alles Mitglieder der Wolf-Gang
Nach der Beschreibung könnten die durchaus im Sommer freilebend in den Brandbergen leben hä?
Gerne, Elfriede, wir versuchen jemand von der CDU als „Wolfshirte“ anzustellen. Freiwillige vor !
Compañeros de lobos de León, Riosal