Wie lässt sich eine wissenschaftliche Aussage von einer Meinung unterscheiden? Diese Frage ist nicht nur ein theoretisches Problem, sondern auch ein praktisches in der akademischen und öffentlichen Debatte. Andreas Voßkuhle, Rechtswissenschaftler und ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts, wird diese Thematik in seiner Leopoldina-Vorlesung am Mittwoch, den 26. November 2025, in Halle (Saale) vertiefen. Der Vortrag trägt den Titel: „Meinen und Wissen. Was unterscheidet eine wissenschaftliche Aussage von einer Meinung und warum tut sich die Wissenschaft mit dieser Unterscheidung so schwer?“
Voßkuhle, Direktor des Instituts für Staatswissenschaft und Rechtsphilosophie an der Universität Freiburg, hat in seiner Amtszeit als Präsident des Bundesverfassungsgerichts die Bedeutung der Meinungsfreiheit und der Wissenschaftsfreiheit immer wieder betont. Doch wo verläuft die Grenze zwischen einer fundierten wissenschaftlichen Erkenntnis und einer subjektiven Meinungsäußerung? Diese Frage ist gerade in Zeiten von „Fake News“ und „Filterblasen“ von zentraler Bedeutung. Der Vortrag wird dabei nicht nur die juristische Perspektive auf das Thema einnehmen, sondern auch die Verantwortung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im öffentlichen Diskurs beleuchten.
„Die Unterscheidung zwischen wissenschaftlicher Aussage und Meinung ist von fundamentaler Bedeutung für den öffentlichen Dialog und den Diskurs über politische und gesellschaftliche Themen“, sagt Voßkuhle im Vorfeld der Veranstaltung. Auch die Frage, wie sich Wissenschaftler mit ihren Aussagen in der Öffentlichkeit positionieren und welche Verantwortung sie dabei tragen, wird Gegenstand des Vortrags sein.
Die Veranstaltung ist öffentlich und richtet sich an alle Interessierten. Sie beginnt um 17:00 Uhr mit der Übergabe der Mitgliedsurkunden an neue Mitglieder der Leopoldina, bevor Voßkuhle um 18:00 Uhr mit seiner Vorlesung startet. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten.
Der Vortrag findet im Hauptgebäude der Leopoldina, Jägerberg 1, in Halle (Saale) statt. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung sind auf der Webseite der Leopoldina verfügbar.
Im Anschluss an die Vorlesung wird am 27. November 2025 ein Fachsymposium zum Thema „Wissenschaft, Meinung und Öffentlichkeit“ veranstaltet, bei dem Experten aus den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften das Verhältnis von Wissenschaft und öffentlicher Meinungsbildung diskutieren.