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Winter lässt Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt steigen – Halle über Landesdurchschnitt

Der Winterbeginn hat den Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt spürbar belastet. Wie aus aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember 2025 landesweit gestiegen. Auch in Halle (Saale) liegt die Arbeitslosenquote weiterhin deutlich über dem Landesdurchschnitt.

In Sachsen-Anhalt waren im Dezember 88.561 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 2.732 Personen mehr als im Vormonat und 2.726 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 8,0 Prozent und lag damit um 0,3 Prozentpunkte über dem Novemberwert. Saisonbereinigt nahm die Arbeitslosigkeit leicht zu. Besonders betroffen sind junge Menschen sowie Männer, was nach Einschätzung der Regionaldirektion vor allem auf saisonbedingte Freisetzungen in witterungsabhängigen Branchen zurückzuführen ist.

In Halle (Saale) waren im Dezember 11.858 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 9,5 Prozent und damit deutlich über dem Landeswert. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Saalestadt um 80 Personen, gegenüber dem Vorjahr um 161. Halle zählt damit weiterhin zu den Städten mit einer der höchsten Quoten in Sachsen-Anhalt.

Landesweit stellen Langzeitarbeitslose mit 38,6 Prozent den größten Anteil an allen Arbeitslosen, gefolgt von Menschen ab 50 Jahren. Gleichzeitig zeigt sich eine Zurückhaltung bei Neueinstellungen. Zwar meldeten Arbeitgeber im Dezember 3.939 neue Stellen, insgesamt waren jedoch nur noch rund 18.900 offene Stellen bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern registriert. Im Jahresvergleich ging die Nachfrage nach Arbeitskräften leicht zurück.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Markus Behrens, verweist auf eine Kombination aus saisonalen Effekten, schwacher Konjunktur und vorsichtiger Personalplanung der Unternehmen. Positiv sei jedoch, dass viele Betriebe bemüht seien, ihre eingearbeiteten Fachkräfte zu halten, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickelte sich rückläufig. Im Oktober 2025 waren in Sachsen-Anhalt hochgerechnet 796.100 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – rund 5.700 weniger als ein Jahr zuvor. Die Unterbeschäftigung sank hingegen leicht. Ebenso ging die Zahl der Menschen zurück, die auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind.

Die Jahresbilanz 2025 zeigt insgesamt einen angespannten, aber stabilen Arbeitsmarkt. Im Durchschnitt waren rund 88.600 Menschen arbeitslos gemeldet, etwa 3.700 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig ist die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten gesunken. Für Städte wie Halle bleibt die Herausforderung bestehen, insbesondere Langzeitarbeitslosen und jungen Menschen den Zugang zu Beschäftigung zu erleichtern.

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