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Willingmann warnt vor Benachteiligung des Ostens beim Bau neuer Gaskraftwerke

Anlässlich des Antrittsbesuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in Sachsen-Anhalt hat der Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes, Prof. Dr. Armin Willingmann, seine Bedenken hinsichtlich der geplanten Energiewende und des Baus neuer Gaskraftwerke geäußert. Die Berliner Koalition hat sich auf den Bau von wasserstofffähigen Gaskraftwerken sowie die Einführung eines Industriestrompreises verständigt. Während Willingmann die energiepolitischen Weichenstellungen grundsätzlich begrüßt, warnt er vor einer Benachteiligung des Ostens, speziell beim Bau neuer Gaskraftwerke.

Südbonus und seine Folgen

Im aktuellen Koalitionspapier wird explizit der Süden Deutschlands für den Neubau der Gaskraftwerke genannt. Diese Entscheidung erinnere an den sogenannten „Südbonus“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz aus dem Sommer. Minister Willingmann kritisiert, dass dies den Osten des Landes benachteiligen könnte: „Industrie gibt es bei weitem nicht nur im Süden Deutschlands. Unsere energieintensive Chemieindustrie ist auf eine stabile und günstige Stromversorgung angewiesen“, erklärt der Minister. Er verweist insbesondere auf den Kraftwerksstandort Schkopau, der als einer der zentralen Energiestandorte Mitteldeutschlands eine Schlüsselrolle für die Industrie in der Region spielt.

Schkopau als Schlüsselstandort

Schkopau, ein bedeutender Energieknotenpunkt im sogenannten „Industriedreieck“ Leipzig-Halle-Leuna, könnte durch den Wegfall des derzeit betriebenen Braunkohlenkraftwerks ohne adäquaten Ersatz in eine energiepolitische Krise geraten. „Ein Wegfall dieser Leistung ohne Ersatz würde ein energiewirtschaftliches Vakuum schaffen“, warnt Willingmann. Der Standort soll nach dem Ausstieg aus der Kohleverstromung im Jahr 2034 zu einem wasserstofffähigen Gaskraftwerk umgerüstet werden. Die MIBRAG Energy Group hat bereits 2025 mit der Planung eines hocheffizienten Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) begonnen, das mit einer Nettoleistung von bis zu 900 Megawatt ausgestattet sein soll.

Zukunft der Wasserstofftechnologie in Sachsen-Anhalt

Positiv bewertet der Minister, dass die Koalition auf die Zukunftsfähigkeit der neuen Gaskraftwerke setzt und sicherstellt, dass diese wasserstofffähig sein sollen. „Ich begrüße sehr, dass die Koalition hier Kurs Richtung Zukunft hält“, erklärt Willingmann. In Sachsen-Anhalt setzt man verstärkt auf Wasserstoff als Energiequelle und beteiligt sich aktiv am Ausbau des Wasserstoffkernnetzes.

Forderung nach Gleichbehandlung

Mit Blick auf die bevorstehenden Ausschreibungen für neue Gaskraftwerke, die 2026 starten sollen, fordert Willingmann eine gerechte Verteilung der Projekte. „Der Osten darf beim Bau neuer, wasserstofffähiger Gaskraftwerke nicht benachteiligt werden. Schkopau muss von Anfang an einbezogen werden, wenn es um die zukünftige Energiestruktur geht“, so der Minister abschließend.

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