Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt
Angesichts zunehmender politischer Einflussversuche auf Forschung und Lehre hat Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann zur Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit aufgerufen. Anlass ist die Frühjahrssitzung der Sächsische Akademie der Wissenschaften, bei der der Minister ein Grußwort hält.
Willingmann verwies darauf, dass wissenschaftliche Erkenntnisse zunehmend aus politischen Gründen infrage gestellt würden. Gleichzeitig gebe es verstärkt Forderungen nach Einflussnahme auf Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Entwicklungen in Ländern wie den USA oder Ungarn zeigten, dass wissenschaftliche Arbeit unter politischen Druck geraten könne.
Die Freiheit der Wissenschaft sei ein grundlegendes, durch das Grundgesetz und die Landesverfassung geschütztes Gut. Sie umfasse nicht nur die Unabhängigkeit von staatlichen Eingriffen, sondern auch die Möglichkeit, Forschungsthemen frei zu wählen und Ergebnisse offen zu kommunizieren – selbst dann, wenn diese gesellschaftlich oder politisch unbequem seien.
Zugleich betonte Willingmann die Verantwortung von Wissenschaft und Hochschulen, sich stärker in öffentliche Debatten einzubringen. Transparente und verständliche Kommunikation sei entscheidend, um Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse zu stärken. Dieses Vertrauen bilde eine zentrale Grundlage für die Rolle der Wissenschaft in einer demokratischen Gesellschaft.
Der Minister sieht Wissenschaftsfreiheit daher nicht nur als Schutzrecht, sondern auch als Verpflichtung: Forschung müsse nachvollziehbar bleiben, Unsicherheiten offen benennen und aktiv zur gesellschaftlichen Diskussion beitragen.