Magdeburg. Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat die von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche überarbeiteten Pläne zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) als unzureichend bezeichnet. Zwar enthalte die überarbeitete Fassung einige Verbesserungen, insgesamt drohe jedoch eine weitere Verzögerung der Energiewende.
Positiv bewertet Willingmann, dass die Förderung kleiner Photovoltaikanlagen nun doch nicht vollständig gestrichen werden soll und Betreiber weiterhin Entschädigungen erhalten sollen, wenn Windkraft- oder Solaranlagen aus Netzgründen abgeschaltet werden. Die vorgenommenen Änderungen gingen jedoch nicht weit genug.
Nach Auffassung des Ministers erschwere die geplante Reform insbesondere privaten Haushalten die Investition in Solaranlagen. Dies schade nicht nur der Akzeptanz der Energiewende, sondern auch dem mittelständischen Handwerk, das den Ausbau der Photovoltaik maßgeblich vorantreibe.
Willingmann verweist darauf, dass die Photovoltaik in Sachsen-Anhalt im Jahr 2026 erstmals die Windenergie bei der installierten Leistung überholt habe. Im Land seien inzwischen mehr als 99.000 Photovoltaikanlagen auf Hausdächern sowie rund 40.000 Balkonkraftwerke in Betrieb. Diese dezentralen Anlagen seien ein wichtiger Baustein der Energiewende.
Als Alternative zur bisherigen Förderung regt der Energieminister einen Systemwechsel an. Statt die Einspeisung von Solarstrom zu fördern, könne der Bund den Kauf von Photovoltaikanlagen stärker bezuschussen. Eine solche Investitionsförderung könnte nach seiner Vorstellung mit dem Einbau intelligenter Stromzähler verknüpft werden, um die Anlagen netzdienlicher betreiben zu können.
Darüber hinaus schlägt Willingmann vor, die Zuschüsse sozial zu staffeln. Da Photovoltaikanlagen einschließlich Batteriespeichern trotz Wegfalls der Mehrwertsteuer häufig Investitionen von mehr als 20.000 Euro erforderten, könnten einkommensabhängige Förderungen den Zugang erleichtern.
Nach Ansicht des Ministers müsse die Reform so ausgestaltet werden, dass Bürgerinnen und Bürger sowie kleinere Stromerzeuger weiterhin Anreize hätten, in erneuerbare Energien zu investieren.
Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung Juli 2026.
7 comments on “Willingmann kritisiert geplante EEG-Reform und fordert stärkere Förderung kleiner Solaranlagen”
„Willingmann verweist darauf, dass die Photovoltaik in Sachsen-Anhalt im Jahr 2026 erstmals die Windenergie bei der installierten Leistung überholt habe.“
Ist das ein Erfolg? Mehr PV steigert das Delta zwischen Stromverbrauch und Stromerzeugung jede Nacht.
Stell Dir vor: Strom kann man speichern.
PV und Speicher bedeutet 2mal Abschreibungen auf den Strompreis. Muss ein Minister, kann ein Jurist nicht unbedingt wissen.
Na und? es bleiben dennoch lohnende Investitionen, die technologisch alternativlos sind, will man von fossilen Rohstoffen loskommen. Sieh Dir mal die Sprit- oder Gaspreise an, vielleicht begreifst Du es dann. Selbst dann, wenn Du den Klimawandel für egal hältst.
Sie haben den Genossen nicht verstanden. Der Minister vergleicht Wind mit Solar. Durchschnittliche Betriebsstunden Wind ca. 2.000 bis 3.500 Vollaststunden, Solar nur 900 – 1.200 Volllaststunden. Mehr Solar als Wind ein Erfolg? Auf so eine Idee kann nur ein Jurist kommen.
„Auf so eine Idee kann nur ein Jurist kommen.“
Ich fürchte, dass Du dich mit Deiner (mit Verlaub) fachlichen Minderausstattung hier nicht messen kannst.
Einem Ingenieur ist Mathematik und Physik näher als einem Juristen.