Mit eindringlichen Worten hat Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann bei einem Besuch des Kraftwerks Schkopau die Bundesregierung zur zügigen Umsetzung der Kraftwerksstrategie aufgefordert. „Unsere Energieunternehmen brauchen Planungssicherheit“, betonte der Minister am Montag vor Ort. Gerade im Zuge des gesetzlich geregelten Kohleausstiegs und des steigenden Anteils wetterabhängiger Energiequellen wie Wind und Sonne seien steuerbare, verlässliche Kraftwerkskapazitäten unerlässlich.
In Schkopau, einem der wichtigsten Energiestandorte Mitteldeutschlands, soll ein neues Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) entstehen – mit einer geplanten Nettoleistung von bis zu 900 Megawatt. Die Pläne stammen von der MIBRAG Energy Group und ihrer Tochtergesellschaft Saale Energie GmbH. Das künftige Gaskraftwerk würde die bisherige Rolle des Braunkohlekraftwerks fortführen, dessen Laufzeit nach geltendem Recht spätestens Ende 2034 endet.
Gaskraft als Brücke der Energiewende
Laut Willingmann brauche Deutschland im Rahmen der Energiewende „nicht nur Idealismus, sondern belastbare Konzepte“. Flexible Gaskraftwerke seien unerlässlich, um die Energieversorgung von Industrie und Bevölkerung auch bei Windflaute und Dunkelheit zu sichern. Für Projekte wie in Schkopau forderte er deshalb „pragmatische Anreizsysteme“ und klare gesetzliche Rahmenbedingungen – vor allem auch zur Schließung von Wirtschaftlichkeitslücken, die derzeit viele Neubauvorhaben blockieren.
Die Bundesregierung plant derzeit den Zubau von bis zu 20 Gigawatt neuer Gaskraftwerkskapazitäten. Ob der Standort Schkopau davon profitieren kann, hängt maßgeblich von der Ausgestaltung der Kraftwerksstrategie ab – einer politischen Aufgabe, die laut Willingmann in der letzten Legislaturperiode „verstolpert“ worden sei.
Strukturwandel mit Perspektive
Für den Standort Schkopau geht es um mehr als technische Kapazitäten. Das geplante Gaskraftwerk soll nicht nur vorhandene Infrastruktur weiter nutzen, sondern auch den Beschäftigten am traditionsreichen Energiestandort eine Perspektive über 2034 hinaus bieten. Bereits im Juli 2024 wurde der Antrag auf die erste Teilgenehmigung beim Landesverwaltungsamt eingereicht – wichtige Vorarbeiten sind laut Unternehmen abgeschlossen.
Willingmann lobte den zukunftsorientierten Ansatz der Betreiber: „Solche Projekte zeigen, wie Energiewende und Strukturwandel Hand in Hand gehen können – gerade im Osten Deutschlands.“ Er forderte, bestehende Standorte wie Schkopau bei der nationalen Strategie gezielt zu berücksichtigen.
Im Rahmen seiner Sommertour wird der Energieminister in den kommenden Tagen weitere Stationen in Sachsen-Anhalt besuchen und sich mit Unternehmen und Kommunen zur Energie- und Wärmewende austauschen.
One comment on “Willingmann fordert Planungssicherheit für Gaskraftwerke – Schkopau als Modellstandort der Energiewende”
Nachhaltiger und vor allem klimafreundlicher wäre ein SMR (https://de.wikipedia.org/wiki/Small_Modular_Reactor) an diesem Standort. Noch je einer in Halle Trotha und in der Dieselstraße an den Standorten der aktuellen Gas Heizkraftwerke und das Energie- und Klimaschutzproblem ind Halle und im näheren Umkreis wäre gelöst, die umliegenden Gewerbegebiete könnten sich vor Investoren nicht retten, Halle und Umgebung würde zu einer wohlhabenden, wachsenden und florierenden Stadt.