Halle/Leipzig – Mit den ersten warmen Tagen zieht es jedes Frühjahr viele Menschen hinaus in die Wälder, um den Bärlauch (Allium ursinum) zu sammeln. Das Wildgemüse mit intensivem, knoblauchartigem Aroma wird in der Tat immer beliebter. Doch während das Pflücken einzelner Blätter für den Eigenbedarf in der Natur erlaubt ist, sorgt in diesem Jahr die zunehmende Zahl von Diebstählen und illegalem Ausgraben der Pflanzen für Einsätze von Polizei und Forstbeamten.
In den ausgedehnten Auwäldern rund um Leipzig sind Einsatzkräfte verstärkt unterwegs, nachdem wiederholt Verdächtige mit großen Mengen Bärlauchknollen aufgegriffen wurden. Laut Polizei handelt es sich bei den Tatverdächtigen oft um Personen, die aus anderen Regionen anreisen, um die Pflanzen gewerbsmäßig auszugraben und weiterzuverkaufen. Bei einem der jüngsten Einsätze stellten Beamte insgesamt 84 Kilogramm ausgegrabene Knollen sicher und leiteten Ermittlungen wegen gewerbsmäßigen Diebstahls und Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz ein. Besonders begehrt seien die Wurzeln im russischsprachigen Raum als Delikatesse, berichtet die Polizei.

Bärlauch ist ein heimisches Lauchgewächs, das im späten Winter und frühen Frühling seine grünen, lanzettlichen Blätter aus dem Boden treibt und in schattigen, feuchten Laubwäldern, Flussauen und Mischwäldern wächst. Botanisch gehört die Pflanze zur Art Allium ursinum und ist verwandt mit Küchenlauch, Knoblauch und Schnittlauch. Bereits lange vor der Kulturknolle wurde Bärlauch als Gewürz- und Heilpflanze genutzt.
Was ist erlaubt und was nicht?
In Deutschland ist das Sammeln kleiner Mengen Bärlauch für den persönlichen Gebrauch grundsätzlich erlaubt – allerdings nur in dem Umfang eines sogenannten Handstraußes pro Person. Das bedeutet, dass einzelne Sträuße von Blättern entnommen werden dürfen, ohne dass eine Genehmigung erforderlich ist. Das Ausgraben von Zwiebeln oder Knollen oder das Abreißen großer Mengen ist hingegen nicht zulässig und kann als Diebstahl und Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz oder regionale Waldschutzbestimmungen strafbar sein. In Naturschutzgebieten ist selbst das Pflücken einzelner Blätter untersagt.
Vorsicht vor Verwechslungen



Bärlauch wird oft mit giftigen Pflanzen verwechselt, die zu ähnlicher Zeit im Wald wachsen. Besonders gefährlich sind dabei das Maiglöckchen (Convallaria majalis) und die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), deren Blätter den Bärlauchblättern ähnlich sehen können, aber stark giftig sind. Anders als Bärlauch, der beim Zerreiben deutlich nach Knoblauch duftet, haben diese Doppelgänger keinen solchen Duft. Verwechslungen können zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder im schlimmsten Fall zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen.


Rezepte aus dem Wald – so schmeckt Bärlauch am besten
Für alle, die legal und mit dem richtigen Blick in die Natur gesammelt haben, bietet Bärlauch in der Küche vielfältige Möglichkeiten:
Bärlauchpesto
Zutaten: 100 g frischer Bärlauch, 50 g Pinienkerne (oder Walnüsse), 50 g Parmesan, 100 ml Olivenöl, 1 TL Zitronensaft, Salz, Pfeffer.
Zubereitung: Pinienkerne leicht rösten, dann zusammen mit Bärlauch, Parmesan und Zitronensaft grob pürieren. Nach und nach Olivenöl zugeben, abschmecken und kühl servieren. – Ein Klassiker zu Pasta, auf Brot oder als Dip.
Bärlauchbutter
Zutaten: 100 g weiche Butter, 30 g fein gehackter Bärlauch, Salz, Pfeffer.
Zubereitung: Butter mit Bärlauch vermengen, kräftig würzen und zu kleinen Röllchen formen. Passt hervorragend zu gegrilltem Fleisch oder frischem Bauernbrot. – Einfach, aromatisch und typisch für die Frühjahrsküche.