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Weniger Kinder und Jugendliche in Obhut genommen

Die Jugendämter in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wurden 2025 insgesamt 1.648 Minderjährige vorläufig zum Schutz in die Obhut der Jugendämter aufgenommen. Das waren 291 Fälle beziehungsweise 15 Prozent weniger als im Vorjahr.

Ein wesentlicher Grund für den Rückgang ist die deutlich geringere Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Ihre Zahl sank von 623 auf 313 Fälle und damit um fast die Hälfte. Die meisten unbegleitet eingereisten Minderjährigen waren zwischen 14 und 18 Jahre alt. Von ihnen waren 259 männlich und 39 weiblich.

Häufigste Ursachen für eine Inobhutnahme waren die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils mit 714 Fällen, Anzeichen von Vernachlässigung mit 385 Fällen sowie die unbegleitete Einreise aus dem Ausland mit 313 Fällen. Da bei einer Inobhutnahme mehrere Gründe gleichzeitig vorliegen können, sind Mehrfachnennungen möglich.

Mehr als die Hälfte aller Schutzmaßnahmen betraf Jugendliche zwischen 14 und unter 18 Jahren. In dieser Altersgruppe wurden 846 Fälle registriert. Weitere 218 Inobhutnahmen entfielen auf Kinder unter drei Jahren, 170 auf Jugendliche zwischen zwölf und unter 14 Jahren. Insgesamt waren 54,1 Prozent der Betroffenen Jungen und 45,9 Prozent Mädchen.

Bei Kindern unter 14 Jahren standen vor allem familiäre Probleme im Vordergrund. Neben der Überforderung der Eltern spielten Vernachlässigung und körperliche Misshandlung die größte Rolle. Bei den älteren Jugendlichen waren neben familiären Konflikten insbesondere unbegleitete Einreisen sowie Straftaten oder delinquentes Verhalten ausschlaggebend.

Die Hinweise auf eine notwendige Inobhutnahme kamen überwiegend von Jugendämtern und sozialen Diensten. In 632 Fällen gingen die Anregungen von dort aus. 275 Minderjährige wandten sich selbst an die Behörden, während Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gerichte in 225 Fällen den Anstoß gaben.

Die durchschnittliche Dauer einer Inobhutnahme lag bei 64 Tagen und damit unter dem Vorjahreswert von 71 Tagen. Rund ein Drittel aller Fälle konnte allerdings bereits innerhalb einer Woche abgeschlossen werden.

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