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Weniger Geburtskliniken in Sachsen-Anhalt – längere Wege vor allem im ländlichen Raum

Halle (Saale) – Die Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungsstationen in Sachsen-Anhalt ist seit der deutschen Wiedervereinigung deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, gab es im Jahr 1991 noch 36 Kliniken, in denen Kinder geboren wurden. Im Jahr 2024 waren es nur noch 18 – also genau halb so viele.

Auch die Zahl der Geburten ist in diesem Zeitraum gesunken. Während 1991 noch 19.459 Kinder lebend zur Welt kamen, waren es 2024 nur noch 12.526. Das entspricht einem Rückgang von rund 35,6 Prozent.

Diese Entwicklung ist kein Einzelfall. Bundesweit hat sich die Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungsstationen ebenfalls stark reduziert: von 1.186 im Jahr 1991 auf 578 im Jahr 2024. Allerdings fiel der Rückgang der Geburten in Deutschland insgesamt mit minus 18,4 Prozent deutlich geringer aus als in Sachsen-Anhalt.

Besonders stark betroffen waren einige westdeutsche Bundesländer. In Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Schleswig-Holstein nahm die Zahl der entsprechenden Kliniken prozentual am stärksten ab. In den Stadtstaaten hingegen blieb die Zahl vergleichsweise stabil, da dort von vornherein weniger Einrichtungen existierten.

Die Folgen dieser Entwicklung zeigen sich vor allem bei der Erreichbarkeit von Geburtskliniken. In den beiden Großstädten Sachsen-Anhalts können rund 95,7 Prozent der Frauen im Alter von 16 bis 49 Jahren eine Klinik mit Geburtshilfe innerhalb von 15 Minuten mit dem Auto erreichen. Damit liegt das Land leicht über dem Bundesdurchschnitt.

Anders stellt sich die Situation in kleineren Städten und ländlichen Regionen dar. Dort ist eine schnelle Erreichbarkeit deutlich seltener gegeben. Besonders in kleineren Kleinstädten und ländlichen Gemeinden Sachsen-Anhalts ist der Anteil der Bevölkerung, die innerhalb von 15 Minuten eine entsprechende Klinik erreichen kann, deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt.

Grundlage dieser Daten ist der sogenannte Krankenhausatlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Die interaktive Anwendung zeigt, wie gut Krankenhäuser – auch nach Fachrichtungen – in verschiedenen Regionen erreichbar sind. Berücksichtigt wurden dabei Krankenhausdaten aus dem Jahr 2023 sowie Bevölkerungsdaten des Zensus 2022.

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