Halle (Saale) – Die Zahl der jungen Menschen in Sachsen-Anhalt, die finanzielle Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) erhalten, ist erneut gesunken. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wurden im Jahr 2024 nur noch 18 193 Personen gefördert – das entspricht einem Rückgang von 5,0 % gegenüber dem Vorjahr. Damit wurde der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung verzeichnet. Im Rekordjahr 1992 hatten noch über 40 000 Menschen BAföG erhalten.
Auch die Fördersummen schrumpfen: Rund 91 Millionen Euro wurden 2024 ausgezahlt – das sind 11,4 % weniger als im Vorjahr. Der durchschnittliche monatliche Förderbetrag pro Person sank leicht auf 625 Euro, ein Minus von 8 Euro.
Die Mehrheit der Geförderten (66,5 %) waren Studierende, die im Schnitt 675 Euro monatlich erhielten. Schülerinnen und Schüler machten 33,5 % der Empfänger aus, ihre durchschnittliche Förderung lag bei 510 Euro. Frauen waren mit einem Anteil von 65,2 % deutlich stärker vertreten als Männer. 78,5 % der Geförderten wohnten nicht mehr bei den Eltern – ein Zeichen für gestiegene Lebenshaltungskosten, insbesondere in größeren Hochschulstädten wie Halle und Magdeburg.
Neu eingeführt wurde 2024 die sogenannte Studienstarthilfe – ein einmaliger Zuschuss in Höhe von 1 000 Euro zum Studienbeginn. In Sachsen-Anhalt nahmen 238 Personen dieses neue Instrument in Anspruch. Die Förderung richtet sich an unter 25-Jährige, die vor Aufnahme eines Erststudiums Sozialleistungen wie SGB II, Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen.
Die rückläufigen Zahlen werfen ein Schlaglicht auf die sinkende Reichweite des BAföG, das einst als zentrales Instrument für Bildungsgerechtigkeit galt. Zwar wurde mit der Studienstarthilfe ein neuer Weg beschritten, doch bleibt die Frage offen, ob das Förderinstrument in seiner jetzigen Form noch ausreicht, um soziale Ungleichheiten im Bildungszugang abzufedern.