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Weniger Asylzugänge in Sachsen-Anhalt – Zieschang lobt verschärfte Grenzkontrollen


Innenministerium meldet Rückgang um 35 Prozent – Kritik an Schutzquote und Dublin-Fällen

Halle (Saale) – Die Zahl der Asylanträge in Sachsen-Anhalt ist im laufenden Jahr deutlich gesunken. Nach Angaben des Innenministeriums in Magdeburg beantragten von Januar bis Ende April 2025 insgesamt 1.020 Menschen Asyl im Land – ein Rückgang um rund 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 2024 hatten im selben Zeitraum noch 1.570 Personen Schutz gesucht.

Als Grund für diesen Rückgang sieht Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) vor allem die verstärkten Grenzkontrollen, die seit Anfang Mai auf Bundesebene unter dem neuen Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) nochmals ausgeweitet wurden. Zieschang erklärte gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung: „Auch wenn die Zahl der Asylzugänge zurückgegangen ist, sind unter ihnen noch zu viele, die ohne Schutzgrund kommen.“

Nur jeder Fünfte erhält Schutzstatus

Nach Angaben des Ministeriums erhält derzeit nur etwa jeder fünfte Antragsteller einen anerkannten Schutzgrund, etwa aufgrund politischer Verfolgung im Herkunftsland. Besonders häufig ohne Schutzgrund seien Antragsteller aus Indien und der Türkei sowie sogenannte Dublin-Fälle – also Personen, die über andere EU-Staaten nach Deutschland einreisen. Diese müssten laut EU-Recht eigentlich dort ihr Asylverfahren durchlaufen.

Zieschang betonte daher die Bedeutung der bundespolitischen Maßnahmen zur Eindämmung der irregulären Migration. Die von Bundesinnenminister Dobrindt eingeführten Zurückweisungen an den Grenzen – bislang eine politische Tabuzone – seien „richtig und wichtig“. Ausgenommen von diesen Maßnahmen sind lediglich besonders schutzbedürftige Gruppen wie Schwangere und Kinder.

Rechtliche Debatte um Zurückweisungen

Die rechtliche Grundlage für diese Zurückweisungen ist umstritten. Frühere Bundesregierungen hatten solche Maßnahmen mit Verweis auf europäisches Recht stets abgelehnt. Die nun praktizierte neue Linie stößt insbesondere in Brüssel und bei einzelnen EU-Staaten auf Kritik. Seit 2023 werden die Grenzübergänge zu Tschechien, Polen und der Schweiz bereits wieder regelmäßig kontrolliert.

Mehr Abschiebungen aus Sachsen-Anhalt

Parallel zum Rückgang der Asylzahlen meldet das Innenministerium auch eine deutliche Zunahme bei Abschiebungen. Bis Ende April 2025 wurden demnach 654 ausreisepflichtige Personen aus Sachsen-Anhalt in ihre Heimatländer zurückgeführt – ein Anstieg um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mit Blick auf diese Zahlen betont das Innenministerium den Kurs der Entschlossenheit: Rückführungen, Kontrolle der Außengrenzen und eine Konzentration auf wirklich Schutzbedürftige seien zentrale Pfeiler einer funktionsfähigen Asylpolitik.

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