Mit einem starken Auftritt beim Weltcup in Brandenburg ist Anja Adler in die internationale Saison gestartet. Die Athletin des SV Halle gewann über 200 Meter in der Startklasse KL2 die Silbermedaille.
Im Finale musste sich Adler lediglich der Britin Charlotte Handshaw geschlagen geben, die mit 49,27 Sekunden deutlich siegte. Adler erreichte das Ziel nach 53,10 Sekunden und setzte sich damit knapp gegen ihre ungarische Konkurrentin Katslin Varga durch, die mit 53,17 Sekunden Bronze holte. Bereits im Vorlauf hatte sich ein enges Duell zwischen Adler und Varga angedeutet.
Besonders bemerkenswert: Die Hallenserin ging mit erschwerten Bedingungen ins Rennen. Beim Einfahren geriet ihr Boot in die Bugwelle eines Motorbootes. Adler kenterte dabei – nach eigenen Angaben erstmals seit sieben Jahren – und musste anschließend mit Wasser im Boot und durchnässter Kleidung an den Start gehen. Trotz des zusätzlichen Wasserballasts von schätzungsweise zehn bis fünfzehn Litern gelang ihr der Sprung aufs Podest.
„Es war wieder so aufregend, der internationale Saisoneinstieg. Man weiß nicht, wo man selbst steht nach dem Winter und wo die anderen stehen“, erklärte Adler nach dem Rennen. Zugleich zeigte sie sich zufrieden mit ihrer Form und verwies auf das intensive Wintertraining gemeinsam mit Athletiktrainer René Sack sowie die Unterstützung durch den Olympiastützpunkt Sachsen-Anhalt.
Für Adler ist der Weltcup ein wichtiger Gradmesser auf dem Weg zur Europameisterschaft. Diese findet vom 10. bis 14. Juni im portugiesischen Montemor-o-Velho statt und gilt als nächster internationaler Höhepunkt der Saison.
Die Para-Kanutin gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Athletinnen ihres Sports in Deutschland. Ihren bislang größten Erfolg feierte sie bei den Paralympische Sommerspiele 2024 mit einer Medaille im Para-Kanu. Auch national zählt sie zu den prägenden Gesichtern des Leistungssports in Sachsen-Anhalt.