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Welt-Biber-Tag: Erfolgreiche Rückkehr eines Landschaftsgestalters in Sachsen-Anhalt

Am 7. April wird weltweit der Welt-Biber-Tag begangen – ein Anlass, auch in Sachsen-Anhalt auf die Entwicklung der Biberpopulation zu blicken. Nach Angaben des Umweltministeriums leben derzeit rund 3.600 Tiere in etwa 1.150 Revieren im Land. Damit setzt sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort, auch wenn sich das Wachstum zuletzt etwas verlangsamt hat.

Umweltminister Armin Willingmann spricht von einer „Erfolgsgeschichte für den Naturschutz“. Der europäische Biber, wissenschaftlich als Castor fiber bekannt, galt Mitte des 19. Jahrhunderts in weiten Teilen Europas als nahezu ausgerottet. Heute hat er sich entlang der großen Flusssysteme Sachsen-Anhalts wieder fest etabliert. Besonders verbreitet ist er im Einzugsgebiet von Elbe, Mulde und Havel sowie im Drömling. Zunehmend besiedeln die Tiere auch Regionen im Süden des Landes, etwa entlang von Saale, Unstrut und Helme.

Der Biber gilt als Schlüsselart für naturnahe Gewässerlandschaften. Mit seinen Dämmen und Bauten gestaltet er aktiv seinen Lebensraum und schafft damit zugleich Lebensräume für zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten. Zudem tragen seine Aktivitäten zur Wasserspeicherung in der Fläche bei – ein Aspekt, der angesichts häufiger Trockenperioden zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Gleichzeitig kann es lokal zu Nutzungskonflikten kommen, insbesondere dort, wo Biber durch ihre Bautätigkeit Wasserstände erhöhen und landwirtschaftliche Flächen beeinträchtigen. In solchen Fällen vermittelt die Biberkompetenzstelle des Landes zwischen Naturschutz und Landnutzung, um tragfähige Lösungen zu finden.

Ein wesentlicher Bestandteil des Biberschutzes ist das Engagement Ehrenamtlicher. Freiwillige erfassen und kartieren Biberreviere und liefern damit wichtige Daten für den Artenschutz und die Berichterstattung an die Europäische Union. Interessierte können sich hierfür an die zuständigen Stellen oder den NABU Sachsen-Anhalt wenden.

Mit Blick auf die kommenden Wochen weist das Umweltministerium darauf hin, dass ab Mai die Nachwuchszeit der Tiere beginnt. In dieser sensiblen Phase sollten Biber und ihre Lebensräume möglichst nicht gestört werden.

Der Welt-Biber-Tag erinnert damit nicht nur an die bemerkenswerte Rückkehr eines einst bedrohten Tieres, sondern auch an die Bedeutung langfristiger Naturschutzarbeit – getragen von Behörden, Fachleuten und engagierten Bürgerinnen und Bürgern gleichermaßen.

(Bild: KI)

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