Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat entschieden, den Weiterbetrieb der DOMO Caproleuna GmbH vorübergehend auf einem Mindestniveau von 30 Prozent sicherzustellen. Ziel der Maßnahme ist es, mögliche Gefahren für die Bevölkerung und die Umwelt zu verhindern. Die Entscheidung wird von der CDU-Fraktion im Landtag unterstützt.
In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft, Energie, Klima und Umwelt wurde das Thema mit dem zuständigen Umweltministerium erörtert. Dabei ging es insbesondere um die Finanzierung des vorübergehenden Betriebs sowie um die Begründung einer überplanmäßigen Ausgabe aus dem Landeshaushalt.
Nach Angaben aus dem Ausschuss ist ein sofortiges Abschalten einer Chemieanlage dieser Größenordnung technisch nicht ohne Risiko möglich. Ein kontrolliertes und schrittweises Herunterfahren sei notwendig. Fachliche Einschätzungen zufolge könne dies unter den derzeitigen winterlichen Bedingungen problematisch sein, da Frostschäden an Leitungen auftreten und dadurch gefährliche Stoffe austreten könnten. Vor diesem Hintergrund habe die Landesregierung kurzfristig gehandelt, um potenzielle Risiken zu minimieren.
Neben den sicherheitsrelevanten Aspekten wird der eingeschränkte Weiterbetrieb auch aus wirtschaftlicher Perspektive betrachtet. Er soll demnach die Möglichkeit eröffnen, Investoren für das Unternehmen zu gewinnen. Die Anlage gilt bei Volllast als wirtschaftlich tragfähig.
Langfristig bleibt das Ziel der CDU-Fraktion, den Standort zu erhalten, bereits eingesetzte öffentliche Mittel zumindest teilweise zurückzuführen und zukünftige Steuereinnahmen zu sichern. Der Weiterbetrieb wird daher sowohl als Maßnahme der Gefahrenabwehr als auch als wirtschaftspolitische Option für das Land und die Region eingeordnet.