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Wasserkosten in Sachsen-Anhalt: Warum Sparen für Verbraucher kaum Entlastung bringt

Die Kosten für Trink- und Abwasser sind in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Doch viele Bürger fragen sich: Kann ich meine Wasserkosten senken, indem ich weniger verbrauche – oder sind die Fixkosten der entscheidende Faktor? Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Entscheidend für die Preisentwicklung sind vor allem die festen Infrastrukturkosten.


Hoher Fixkostenanteil: Rund 75 Prozent unabhängig vom Verbrauch

Die Trinkwasserversorgung ist ein stark anlagenintensives System. Pumpwerke, Aufbereitungsanlagen, kilometerlange Rohrleitungen und Wartungsstrukturen müssen unabhängig davon betrieben werden, wie viel Wasser am Ende tatsächlich verbraucht wird.

Etwa 75 Prozent der Kosten entstehen als Fixkosten, also unabhängig von der abgegebenen Wassermenge. Nur rund 25 Prozent hängen vom tatsächlichen Verbrauch ab – etwa Energiekosten oder Materialaufwand für die Aufbereitung.

Das bedeutet: Selbst wer sparsam lebt, kann seine Gesamtkosten nur begrenzt beeinflussen.


Steigende Grundgebühren prägen die Gesamtkosten

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes zeigen deutlich, wie stark der Fixkostenblock ins Gewicht fällt:

  • Die Grundgebühren für Trink- und Abwasser stiegen von 234,90 EUR (2022) auf 281,49 EUR (2025) – ein Plus von 19,8 %.
  • Die Trinkwassergrundgebühr stieg um 22,5 %, die Abwassergrundgebühr um 17 %.
  • Seit 2011 legte die Trinkwassergrundgebühr sogar um 40 % zu.

Demgegenüber stehen die verbrauchsabhängigen Entgelte, die zwar ebenfalls ansteigen, aber weit weniger ins Gewicht fallen.


Weniger Verbrauch – höhere Preise pro Kubikmeter?

Der Verbraucher kann seinen Wasserverbrauch zwar reduzieren, doch die Einsparung wirkt sich nur auf den kleineren, verbrauchsabhängigen Anteil der Gesamtkosten aus.

Paradox erscheint:
Sinkt der Verbrauch in der Gesamtbevölkerung – etwa durch effizientere Haushaltsgeräte oder demografische Veränderungen –, steigt der Preis pro Kubikmeter tendenziell weiter. Denn die hohen Fixkosten müssen auf immer weniger verbrauchte Kubikmeter verteilt werden.

Das Ergebnis:
Wasser sparen hilft ökologisch, aber entlastet finanziell nur begrenzt.


Verbrauchsabhängige Kosten steigen ebenfalls – aber bleiben zweitrangig

Die Entgelte pro Kubikmeter Wasser zeigen zwar auch deutliche Anstiege:

  • Trinkwasser: von 1,76 EUR/m³ (2022) auf 2,01 EUR/m³ (2025)+14,2 %
  • Schmutzwasser: von 3,02 EUR/m³ (2022) auf 3,45 EUR/m³ (2025)+14,2 %

Trotzdem bleibt dieser Anteil im Gesamtsystem zweitrangig.



Fazit: Sparen lohnt sich ökologisch – aber die Fixkosten bestimmen die Rechnung

Auch wenn Wasser sparen ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz bleibt, haben Verbraucher nur begrenzte Möglichkeiten, ihre Wasserkosten spürbar zu reduzieren.

Der Grund:
Drei Viertel der gesamten Versorgungskosten fallen unabhängig vom Verbrauch an.

Entscheidend für die Preisentwicklung sind damit vor allem die hohen strukturellen Fixkosten der Versorgung – und nicht das Verhalten der einzelnen Haushalte.


6 comments on “Wasserkosten in Sachsen-Anhalt: Warum Sparen für Verbraucher kaum Entlastung bringt”

  1. Die Botschaft ist: lasst die Spüle laufen, drückt nach dem beim Kacken mindestens dreimal mal ab, und vergesst das mit dem Ziegelstein im Spülkasten, um Wasser zu sparen. Wir zahlen sowieso die ganze Rechnung, und das geilste ist: wir Kleinverbraucher subventionieren die Großverbraucher ohne Ende.

    Man stelle sich vor, ein Verkehrsunternehmen würde mit den Kunden so umspringen. Aber stopp .. das machen die ja auch 🫣

  2. Die Wasserversorger haben keinen Anreiz ihr Produkt preiswerter zu machen, garantiert die Verzinsung des Kapitals in der Berechnung der Gebühren den Gewinn.

  3. Privatisierung kein Thema. Es würde reichen, wenn die OBs in diesem Land nicht mit den Gebühren der Bürger ihre Haushaltslöcher stopfen.

  4. iInformiere dich mal ueber den Unterschied Gebuehren, Steuern, Entgelte und ueberdenke deinen Post.

  5. B2B schreibt gerne – enn er Wut hat – an der Sache vorbei. Da ollen wir mal nicht hoffen, dass seinegleichen irgendwann al das Sagen haben.

    Was die Belastung der Bürger durch die Gebühren betrifft – also schlicht eine Umlage der entstehenden Kosten – kann man aber mal darüber diskutieren, ob man die Beteiligung nicht stärker am Verbrauch festmacht.

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