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Warnstreik legt Nahverkehr in Sachsen-Anhalt für vier Tage weitgehend lahm

Magdeburg/Halle/Dessau – Im Tarifkonflikt des kommunalen Nahverkehrs in Sachsen-Anhalt verschärft sich die Lage: Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten zu einem viertägigen Warnstreik aufgerufen. Von Mittwoch, 19. März, bis Samstag, 22. März, soll der öffentliche Nahverkehr in weiten Teilen des Landes nahezu vollständig zum Stillstand kommen.

Betroffen sind unter anderem die Verkehrsbetriebe Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB), Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG), Dessauer Verkehrsgesellschaft (DVG) sowie die Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis (PVG). Für viele Pendlerinnen und Pendler bedeutet dies erhebliche Einschränkungen im Alltag.

Auslöser des Arbeitskampfes ist der Abbruch der jüngsten Tarifverhandlungen. Nach Angaben der Gewerkschaft hatten die Arbeitgeber ein Papier vorgelegt, das aus ihrer Sicht kein ernsthaftes Angebot darstellt. Verhandlungsführer Paul Schmidt kritisierte, die Vorschläge enthielten keine ausreichenden Verbesserungen für die Beschäftigten.

Während die Arbeitgeber von einem „umfangreichen Entlastungsangebot“ sprechen, weist die Gewerkschaft diese Darstellung zurück. Nach ihrer Einschätzung stehen geringfügigen Verbesserungen bei Zuschlägen und für Auszubildende deutliche Verschlechterungen gegenüber. Genannt werden unter anderem mögliche längere Arbeitszeiten sowie Eingriffe in bestehende Regelungen wie Kündigungsschutz und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Auch Co-Verhandler Michael Sommer sieht in dem Papier keine echte Entlastung für die Beschäftigten. Die Gewerkschaft betont, dass es ihr vor allem um eine spürbare Reduzierung der Arbeitsbelastung gehe. Als langfristiges Ziel wird weiterhin eine Verkürzung der Arbeitszeit genannt, wobei man sich grundsätzlich offen für schrittweise Lösungen zeigt.

Die Arbeitgeber wiederum hatten der Gewerkschaft mangelnde Kompromissbereitschaft vorgeworfen. Dies weist ver.di zurück. Man sei weiterhin zu Verhandlungen bereit, allerdings nur auf Grundlage eines verbesserten Angebots.

Mit dem angekündigten Warnstreik wollen die Beschäftigten den Druck erhöhen. Ein Mitglied der Tarifkommission, Oliver Heinecke, erklärte, die Beschäftigten erwarteten mehr als nur geringfügige Anpassungen. Es gehe um nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.

Ob und wann die Tarifparteien wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Für Fahrgäste in Sachsen-Anhalt stehen mehrere Tage mit erheblichen Einschränkungen im Nahverkehr bevor.

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