„Mit viel Lärm hören wir heute von den Plänen der Bundesregierung, härter gegen Geflüchtete vorzugehen“, schreibt uns die Fraktion DIE LINKE im Landtag. Dazu erklärt die asyl- und migrationspolitische Sprecherin der Fraktion Henriette Quade weiter:
„Neues liegt kaum darin, umso engagierter wird mit einem Positionspapier des Kanzleramtes versucht, den rechten Legenden zur Asylpolitik das Wasser abzugraben, indem man sie selbst übernimmt. Erneut wird die pauschale Forderung nach mehr Abschiebungen erhoben. Erneut wird behauptet, eigentlich wisse man überhaupt nicht, wer im Land ist. Erneut wird Stimmung gegen Schutzsuchende gemacht. Es setzt sich fatal fort, was in den 90ern bereits der herrschende Geist der Asylpolitik war: Misstrauen, Kriminalisierung und das Aussetzen zentraler Rechte Geflüchteter.
Dass der Deutsche Landkreistag erst gestern darauf hinwies, dass 99% der Asylsuchenden in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Ankunftszentren zuverlässig identifiziert werden, wird dabei ignoriert. Ebenso, dass es bereits jetzt erhebliche Hürden gibt, um eine geplante Abschiebung an ärztlichen Einwänden scheitern zu lassen. Immer wieder werden Menschen, die enorme gesundheitliche Probleme haben, in Länder abgeschoben, in denen keinerlei Aussicht auf adäquate Behandlung besteht. Datenschutz, Privatsphäre und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung werden von dieser Bundesregierung nicht besonders geschätzt. Dass diese zentralen Grundrechte nun für Geflüchtete gänzlich zur Disposition gestellt werden sollen, ist schlichtweg skandalös. Auch wie genau der Zugriff auf Handydaten Identitäten zweifelsfrei klären soll, bleibt das Geheimnis der Bundesregierung.
Durch die zwangsweise
zentrale Unterbringung in euphemistisch „Ausreisezentren“ genannten
Abschiebelagern werden Asylsuchende in zentralen Verfahrensrechten
beschnitten. Zugleich wird durch parallele Zuständigkeiten zwischen
Bund, Ländern und Kommunen ein Verwaltungsapparat aufgeblasen, der
mehr Bürokratie mit sich bringt und zudem kaum kontrollierbar
ist.
Als LINKE kann man keine große Erwartungshaltung an die Asylpoltik
der Bundesregieung haben. Zumindest aber eine Versachlichung der
Debatte, ein Zurückweisen von rechten Behauptungen und Fakenews und
die Sicherung elementarer Grundrechte wären das Mindeste, was eine
Bundesregierung tun könnte und müsste. Stattdessen glaubt die Union
scheinbar immer noch, die AfD durch Übernahme ihrer Forderungen
schlagen zu können. Die SPD hält sich daran auf, darauf zu
bestehen, dass Lager nicht Lager genannt werden und trägt ansonsten
diesen Kurs mit. Das ist verantwortungslos und fatal. Fatal für die
Betroffenen und fatal für die Entwicklung dieser Gesellschaft.
Dieses Positionspapier stärkt die politische Rechte, es bedient
ihre Erklärmuster und – diese Parallele zu den 90ern ist besonders
bitter- bestätigt letztlich Gewalttäter, die aggressiv und enthemmt
Geflüchtete attackieren.“
7 comments on “Wahlkampfgetöse auf dem Rücken von Geflüchteten”
Linkes Getöse auf dem Rücken des Sozialstaates.
Also wenn ich recht informiert bin, werden in die Ausreisezentren nur abgelehnte Asylbewerber eingewiesen. Das Asyslbegehren wurde also abschlägig beschieden. Rein rechtlich müßten sie freiwillig ausreisen, werden das aber wohl nicht tun… Daher Ausreisezentrum.
Den Sozialstaat wollen doch deine politischen Freunde in CDU und AfD ohnehin kaputtmachen, @Wolli. Was sollen die Krokodilstränen.
@hei-wu, wollen? Den haben sie doch schon längst kaputt gemacht…
Die Flüchtlinge wissen das nur noch nicht, dass der Sozialstaat schön längst kaputt gemacht wurde (Schulze) bzw. von CDU und AFD kaputt gemacht werden soll (heiwu), denn sie wollen mehrheitlich in unser sozial veramtes, ungerechtes Land.
Gefährlich nicht vergessen! Kreuzgefährlich! Auch wenn praktisch niemandem was passiert, aber man hört ja so viel…
Aber den Fachkräftemangel durch Flüchtlinge zu lösen entfällt nun auch endgültig. Die Verantwortlichen sollten sich auf den Kern der Hilfe beschränken und Nichthilfebedürftige dann auch zügig heim schicken. Somit entsteht Platz für weitere Krieggeschundene, welche es noch reichlich gibt.