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Vortrag über DDR-Jugendstrafvollzug im Stasi-Unterlagen-Museum

Am 17. Februar 2026 hielt Prof. Dr. Udo Grashoff anlässlich der Finissage der Wanderausstellung „Jugendstrafvollzug in der DDR“ einen Vortrag im Stasi-Unterlagen-Museum auf dem Campus für Demokratie. Thema der Veranstaltung war „Makarenko und die Anfänge des DDR-Jugendstrafvollzugs im Jugendhaus Dessau“.

Grashoff erläuterte, dass die Erziehung im Jugendstrafvollzug der DDR von einem streng durchstrukturierten Alltag geprägt war. Militärischer Drill, Leistungsdruck bei Produktionsarbeiten und die Kombination aus Kollektivstrafen sowie sogenannter „Selbsterziehung“ bestimmten das Leben der Jugendlichen. Die Durchsetzung von Disziplin und Ordnung oblag häufig Funktionshäftlingen, die ihre Macht nicht selten mit Gewalt durchsetzten.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Frage, inwieweit sich die Praxis des DDR-Jugendstrafvollzugs am sowjetischen Pädagogen Anton Semjonowitsch Makarenko orientierte. Anhand des Jugendhauses Dessau in den 1950er Jahren diskutierte Grashoff, welche Aspekte der Erziehungsmethoden Makarenkos übernommen wurden und wo eigene DDR-Praktiken entwickelt wurden.

Die Veranstaltung wurde von der UOKG e.V. in Kooperation mit dem Bundesarchiv organisiert und bot den Gästen die Gelegenheit, die historischen Entwicklungen des Jugendstrafvollzugs kritisch zu reflektieren.

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