Sachsen-Anhalt ist die Wiege Deutschlands. Hier hatte das spätere Heilige Römische Reich, einer der Vorläufer der heutigen Bundesrepublik, im Mittelalter seinen geografischen und politischen Mittelpunkt.
Die beiden Historiker und Journalisten Winfried Bettecken und Matthias Puhle gehen in der mdv-Neuerscheinung „Von Sachsen-Anhalt in die Welt“ in 70 Beiträgen historischen Schlüsselmomenten nach. Das Spektrum reicht von den Merseburger Zaubersprüchen über Otto den Großen, den Thesenanschlag Martin Luthers 1517, die Schlacht bei Lützen 1632, die Magdeburger Halbkugeln, Fürst Leopold III. und sein Wörlitzer Gartenreich, das Dessauer Bauhaus oder das Kriegsende bei Torgau an der Elbe bis hin zur Friedlichen Revolution mit der Öffnung des Brockengipfels am 3. Dezember 1989.
Aber auch anderen, vielleicht nicht so geläufigen Ereignissen und Persönlichkeiten widmet sich das Autoren-Duo, u. a. dem General Steuben, Jenny Marx, der Ehefrau von Karl Marx, der Puppenmacherin Käthe Kruse, dem Agrarunternehmer und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Carl Wentzel oder dem Zeitzer Pfarrer Oskar Brüsewitz, der 1976 mit einer öffentlichen Selbstverbrennung gegen die Bildungs- und Kirchenpolitik der SED protestierte.
Die interessanten Beiträge (meist drei Seiten lang) werden durch zahlreiche ganzseitige Farbfotografien von Henning Kreitel ergänzt. Insgesamt ein gelungener und lesenswerter Einstieg in die Geschichte Sachsen-Anhalts.
Winfried Bettecken und Matthias Puhle: „Von Sachsen-Anhalt in die Welt – Schlüsselmomente der Geschichte“, Mitteldeutscher Verlag, Halle 2026, 260 Seiten, 20,00 EUR, ISBN: 978-3-68948-071-4.