Beschäftigte der Hochschulen in Halle haben sich am 13. Januar 2026 zu einer Vollversammlung im Rahmen der Tarifrunde für den Öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) versammelt. Zu der Veranstaltung im Hörsaal 1 auf dem Steintorcampus hatten die Gewerkschaften ver.di und GEW gemeinsam mit der Studierendeninitiative TV Stud aufgerufen. Ziel war es, über die laufenden Tarifverhandlungen zu informieren und den gemeinsamen Austausch über Arbeitsbedingungen zu fördern.
Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder laufen seit dem 3. Dezember 2025. Nach Angaben der Gewerkschaften liegt bislang kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeberseite vor. Gefordert werden unter anderem eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro mehr monatlich, sowie zusätzliche 200 Euro für Auszubildende und Praktikantinnen und Praktikanten. Darüber hinaus verlangen die Gewerkschaften höhere Zuschläge für Überstunden und Arbeit zu ungünstigen Zeiten sowie einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte.
Im Mittelpunkt der Vollversammlung stand die Diskussion über aktuelle Belastungen im Arbeitsalltag. Wissenschaftliche Mitarbeitende verwiesen auf einen hohen Anteil befristeter Verträge, Teilzeitstellen mit faktischem Vollzeitarbeitsaufwand sowie unsichere Perspektiven in der wissenschaftlichen Qualifizierung. Studentische Hilfskräfte thematisierten fehlende tarifliche Regelungen, geringe Einkommen und organisatorische Probleme bei der Abrechnung von Arbeitsstunden. Das wissenschaftsunterstützende Personal berichtete über Personalmangel, steigende Arbeitsbelastung und hohe Fluktuation.
Die Gewerkschaften kündigten an, den Druck auf die Arbeitgeberseite im weiteren Verlauf der Tarifrunde zu erhöhen. Für den 28. Januar ist ein bundesweiter Hochschulaktionstag angekündigt. Sollten keine tragfähigen Angebote vorgelegt werden, seien auch Arbeitskampfmaßnahmen möglich.