80 Jahre Kriegsende und Befreiung vom Nationalsozialismus in Halle (Saale)
Im Jahr 2025 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung der Stadt Halle (Saale) vom Nationalsozialismus zum 80. Mal. In diesem historischen Kontext veranstaltet die Stadt Halle in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern eine umfangreiche Reihe an Veranstaltungen, die sich mit den Ereignissen und Auswirkungen des Kriegsendes beschäftigen. Diese Veranstaltungsreihe ist Teil des Themenjahrs „Stadt der Brücken. Kommen. Gehen. Bleiben“, das die verschiedenen historischen und persönlichen Perspektiven rund um das Kriegsende und den Wiederaufbau beleuchtet. Es geht dabei nicht nur um die dunklen Seiten der Geschichte, sondern auch um Versöhnung und den Umgang mit der Erinnerung.
Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Liste der Veranstaltungen und Aktivitäten, die im Jahr 2025 rund um das 80-jährige Jubiläum des Kriegsendes stattfinden werden.
Veranstaltungen im Rahmen des 80. Jahrestages der Befreiung:
1. Auftaktveranstaltung: „…dass nun alles vorüber sein soll“
Datum: 5. März 2025,
14:30 Uhr
Ort: Stadtmuseum Halle
Beschreibung:
Die erste Veranstaltung im Rahmen des Themenjahres beginnt mit
einer Ausstellung, die sich mit den letzten Kriegswochen in Halle
und den Fluchtbewegungen von 1944 und 1945 beschäftigt. Ute Fahrig
und Steffen Thater präsentieren Objekte, Bilder und Dokumente, die
das Schicksal der Stadt und ihrer Bewohner während der letzten
Kriegsmonate verdeutlichen. Zu sehen ist auch das Aquarell von
Walter von Fritschen, das den Roten Turm ohne seinen
charakteristischen Helm zeigt – ein Symbol für die Zerstörung der
Stadt. Der Eintritt ist frei.
2. Die Siebel-Werke: Die Hoffnungen auf Wohlstand und die dunkle Geschichte des KZ-Außenlagers
Datum: 20. März
2025
Zeit: 10:00 Uhr – 18:00 Uhr
Ort: Stadtmuseum Halle und Gelände der
Siebel-Werke
Beschreibung:
Diese Veranstaltung widmet sich den Siebel-Werken und dem
KZ-Außenlager Birkhahn. Der Tag beginnt mit einer Einführung in die
Geschichte der Siebel F-104 im Stadtmuseum (10:00 Uhr), gefolgt von
einer dialogischen Führung über das Gelände der ehemaligen
Siebel-Werke (14:00 Uhr). Um 18:00 Uhr findet eine Lesung aus dem
Buch „Unsere russischen Jahre“ von Simone Trieder statt. Der
Eintritt kostet 7,00 € für die beiden Führungen und die Lesung.
3. Gedenkspaziergang zur Zerstörung der Franckeschen Stiftungen
Datum: 31. März
2025, 17:00 Uhr
Ort: Franckesche Stiftungen Halle
Beschreibung:
Am 31. März 1945 trafen die Bombenangriffe die Franckeschen
Stiftungen besonders schwer. Bei diesem Rundgang durch die
Stiftungen erfahren Teilnehmer von den dramatischen Zerstörungen
und den tiefgreifenden Veränderungen in der Nachkriegszeit.
Historische Zeitzeugenberichte ergänzen die Führung. Kosten: 2,00
€.
4. Vortrag zur Zerstörung des Roten Turms und Sonderführungen
Datum: 16. April
2025
Zeit: 16:00, 17:00, 18:00 Uhr
Ort: Roter Turm Halle
Beschreibung:
Der Rote Turm wurde am 16. April 1945 schwer getroffen. In dieser
Sonderführung erfahren Besucher mehr über die Zerstörung und den
Wiederaufbau des Turms. Im Anschluss erklingt das EUROPA-Carillon
um 19:00 Uhr. Die Führung kostet 6,00 €, die Teilnahmezahl ist
begrenzt, daher ist eine Anmeldung erforderlich. Treffpunkt:
Eingang Roter Turm.
5. Lesung aus den Briefen von Ella und Erich Neuß
Datum: 16. April
2025, 18:00 Uhr
Ort: Stadtmuseum Halle
Beschreibung:
Anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung werden die Briefe von
Ella und Erich Neuß vorgetragen, die das Alltagsleben während des
Krieges und die persönlichen Erfahrungen der Familie schildern.
Norbert Böhnke setzt die Briefe in den historischen Kontext und
gibt einen tiefen Einblick in das Leben während des Krieges. Der
Eintritt ist frei.
6. Vortrag: Die Bodenreform und ihre Auswirkungen auf Kunst und Kultur
Datum: 22. April
2025, 18:30 Uhr
Ort: Kunstmuseum Moritzburg Halle
Beschreibung:
Dr. Jan Scheunemann, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, spricht über
die „Sicherstellung“ von Kulturwerten während der Bodenreform nach
dem Zweiten Weltkrieg. Der Vortrag untersucht, wie
Kunstgegenstände, Archive und Bibliotheken während der Enteignungen
behandelt wurden. Der Eintritt ist kostenlos.
7. Vortrag: Vom Krieg zur Friedensproduktion – Die Umstellung der Industrie
Datum: 6. Mai 2025,
14:30 Uhr
Ort: Stadtmuseum Halle
Beschreibung:
Ute Fahrig spricht über die Herausforderungen, denen die Industrie
in Halle nach dem Krieg gegenüberstand, und stellt mit Hilfe von
Exponaten und Bildern dar, welche Güter produziert wurden, um die
Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Kosten: 10,00 €.
8. Weihnachtsfeier im Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit
Datum: 6. Dezember
2025, 14:30 Uhr
Ort: Stadtmuseum Halle
Beschreibung:
Kristin Land beleuchtet, wie Weihnachten während des Krieges und
nach der Befreiung vom Nationalsozialismus gefeiert wurde. Sie
zeigt, wie die Nazis versuchten, die Weihnachtsrituale zu
verändern, und wie der erste Weihnachten nach dem Krieg gefeiert
wurde. Der Eintritt kostet 10,00 €, und es wird ein gemütlicher
Kaffeetreff im Anschluss angeboten.
9. Themennachmittag zu Fabian von Schlabrendorff
Datum: 20. Juli
2025
Zeit: 15:00 Uhr – 19:30 Uhr
Ort: Stadtmuseum Halle und Kustodie der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Beschreibung:
Anlässlich des 81. Jahrestages des Attentats auf Hitler wird ein
Themennachmittag rund um Fabian von Schlabrendorff veranstaltet.
Der Biograf Mario H. Müller trägt aus seiner
Schlabrendorff-Biografie vor, und im Anschluss findet ein Gespräch
mit Schlabrendorffs Tochter, Maria von Bismarck, statt. Der
Eintritt ist frei, Anmeldung unter stadtmuseum@halle.de
erforderlich.
Mitmachen und Erinnerungen
teilen:
Die Stadt Halle (Saale) lädt alle ein, ihre eigenen Erinnerungen
und Objekte aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und der
unmittelbaren Nachkriegszeit zu teilen. Falls Sie Tagebücher,
Briefe oder Gegenstände aus dieser Zeit besitzen, die mit der
Geschichte Halles verbunden sind, können Sie sich bei Norbert
Böhnke melden. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen
Website der Stadt Halle.
Einen Prospekt zu den Veranstaltungen findet man
hier::(PDF)