Die Universitätsmedizin Halle baut ihr stationäres Behandlungsangebot für Menschen mit schweren oder chronischen Depressionen aus. Auf der Station Hauptmann der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik kommen künftig zwei weitere Therapieansätze zum Einsatz: das speziell für chronische Depressionen entwickelte Psychotherapieverfahren CBASP sowie die repetitive Transkranielle Magnetstimulation, kurz rTMS.
Nach Angaben der Universitätsmedizin sind in Sachsen-Anhalt derzeit mehr als 92.000 Menschen mit einer wiederkehrenden Depression diagnostiziert. Gerade bei schweren oder lang anhaltenden Erkrankungen seien differenzierte Behandlungsmöglichkeiten erforderlich.
CBASP – ausgeschrieben Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy – richtet sich insbesondere an Menschen mit chronischen Depressionen. Die Therapie beschäftigt sich vor allem mit zwischenmenschlichen Erfahrungen und Beziehungen. Betroffene sollen lernen, den Zusammenhang zwischen ihrem eigenen Verhalten und den Reaktionen anderer besser zu erkennen und dadurch neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Als weitere Therapieoption wird die repetitive Transkranielle Magnetstimulation angeboten. Dabei werden durch eine außerhalb des Kopfes angelegte Spule Magnetimpulse erzeugt, die gezielt bestimmte Bereiche des Gehirns stimulieren. Die Behandlung erfolgt schmerzfrei und nicht-invasiv. Eine Sitzung dauert je nach Verfahren zwischen zehn und 30 Minuten und wird in der Regel über mehrere Wochen an Werktagen durchgeführt.
Die rTMS kommt insbesondere bei Patientinnen und Patienten infrage, bei denen andere Behandlungsansätze nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben. Gleichzeitig beteiligt sich die Universitätsmedizin Halle im Rahmen des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit an weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen zur Weiterentwicklung der Methode.
Quelle: Universitätsmedizin Halle