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Umweltverband kritisiert Eingriffe in Halles Saaleaue und fordert Kurswechsel

Anlässlich des „3. Langen Tags der Stadtnatur“ in Halle (Saale) hat der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) seine Kritik an Eingriffen in die Saaleaue bekräftigt und umfassende Forderungen an Politik und Verwaltung formuliert. Im Rahmen einer Fahrradrundexkursion Ende Mai will der Verein auf die Situation vor Ort aufmerksam machen.

Im Mittelpunkt der Kritik stehen nach Angaben des Verbandes bauliche Maßnahmen und Nutzungsänderungen in ökologisch sensiblen Bereichen, insbesondere auf der Peißnitzinsel und entlang der Wilden Saale. Der AHA bewertet unter anderem die Freigabe der Wilden Saale für den Bootsverkehr als problematisch. Diese führe zu Störungen von Lebensräumen und gefährde Tierarten wie Eisvogel oder Biber. Der Verband fordert daher, die Sperrung des Flussabschnitts wiederherzustellen.

Auch Ausbau- und Instandhaltungsmaßnahmen an Wegen stoßen auf Kritik. Asphaltierungen und geplante Schotterungen im Bereich des Naturschutzgebietes „Nordspitze Peißnitz“ sowie im angrenzenden FFH-Gebiet werden als Eingriffe in empfindliche Ökosysteme bewertet. Nach Ansicht des AHA können solche Maßnahmen Wurzelbereiche alter Bäume schädigen und die Lebensbedingungen für Kleintiere verschlechtern. Der Verband fordert einen sofortigen Stopp der Bauarbeiten sowie den Rückbau bereits versiegelter Wege.

Darüber hinaus kritisiert der Verein wiederholte Gehölzrodungen und Uferbefestigungen mit Steinschüttungen entlang der Saale. Diese würden die natürliche Entwicklung der Uferbereiche beeinträchtigen und wichtige Rückzugsräume für Pflanzen und Tiere zerstören. Gefordert wird ein Ende weiterer Abholzungen sowie der vollständige Rückbau der vorgenommenen Uferbefestigungen.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die aus Sicht des AHA unzureichende Berücksichtigung naturschutzfachlicher Belange in der Stadtplanung. Der Verband fordert eine wissenschaftlich fundierte Tourismuskonzeption, die den Schutz von Natur und Landschaft über wirtschaftliche Interessen stellt. Zudem verlangt er die Veröffentlichung eines Gutachtens zu den ökologischen Auswirkungen der bisherigen Maßnahmen.

Grundsätzlich spricht sich der AHA dafür aus, bestehende Schutzgebiete stärker zu vernetzen und teilweise zusammenzuführen. Insbesondere die Einbeziehung weiterer Flächen in das Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ steht weiterhin auf der Agenda des Vereins.

Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen sieht der Verband dringenden Handlungsbedarf und fordert ein Umdenken im Umgang mit der Saaleaue als bedeutendem Natur- und Landschaftsraum innerhalb der Stadt.

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