Skip to content
HalleSpektrum.de – Onlinemagazin aus Halle (Saale) Logo

Umweltministerium: Strukturelle Hürden bremsen Ausbau stationärer Batteriespeicher

Magdeburg. Trotz wachsender Investitionsbereitschaft und verbesserter gesetzlicher Rahmenbedingungen kommt der Ausbau stationärer Batteriespeicher in Deutschland und Sachsen-Anhalt nach Einschätzung des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt langsamer voran als notwendig. Zwar steige die Zahl der Projektanfragen und insbesondere großskalige Speicherprojekte nähmen zu, dennoch verhinderten weiterhin strukturelle Hindernisse einen schnelleren Ausbau.

Das Ministerium verweist darauf, dass Batteriespeicher für das Gelingen der Energiewende zunehmend unverzichtbar seien. Ereignisse wie der Neujahrstag 2025, an dem der Strombedarf Deutschlands zeitweise vollständig aus erneuerbaren Energien gedeckt werden konnte, machten deutlich, dass mit dem wachsenden Anteil von Wind- und Solarenergie auch der Bedarf an flexiblen Speicherkapazitäten erheblich steige. Batteriespeicher seien notwendig, um Stromüberschüsse aufzunehmen und in Zeiten geringer Einspeisung – etwa während sogenannter Dunkelflauten – wieder bereitzustellen.

Als wesentliches Hemmnis nennt das Ministerium die weiterhin unzureichende Investitions- und Planungssicherheit. Zwar seien neu errichtete Speicheranlagen durch Regelungen im Energiewirtschaftsgesetz sowie in der Stromnetzentgeltverordnung, dem Energiefinanzierungsgesetz und dem Stromsteuergesetz weitgehend von Netzentgelten, Umlagen und Stromsteuer entlastet. Die Inanspruchnahme dieser Vergünstigungen sei jedoch mit komplexen Nachweis- und Antragsverfahren verbunden. Gerade kleinere Stadtwerke und regionale Projektentwickler müssten dafür einen erheblichen juristischen und organisatorischen Aufwand leisten.

Ein weiteres Problem sieht das Ministerium in den sogenannten Baukostenzuschüssen für den Netzanschluss. Da Batteriespeicher bei der Stromentnahme derzeit wie Letztverbraucher behandelt werden, entstehen insbesondere bei leistungsstarken Anlagen hohe Anschlusskosten. Diese erschwerten wirtschaftlich tragfähige Investitionen, ohne zugleich ausreichende Anreize für einen netzdienlichen Betrieb der Speicher zu schaffen. Aus Sicht des Landes sollte die Bundesnetzagentur hier eine stärker differenzierte Regelung entwickeln.

Auch das derzeitige Strommarktdesign gilt als Ausbaubremse. Batteriespeicher erzielen ihre Erlöse bislang vor allem durch Strompreisunterschiede und die Teilnahme am Regelenergiemarkt. Eine verlässliche Vergütung für netzdienliches Verhalten oder für die langfristige Bereitstellung von Speicherkapazitäten – etwa zur Absicherung längerer Dunkelflauten – fehle bislang. Dadurch würden kurzfristige Geschäftsmodelle begünstigt, während langfristige Investitionen erschwert würden.

Nach Auffassung des Ministeriums müssen daher neben dem weiteren Netzausbau vor allem die regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessert werden, damit stationäre Batteriespeicher künftig einen noch größeren Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Integration erneuerbarer Energien leisten können.

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt.

One comment on “Umweltministerium: Strukturelle Hürden bremsen Ausbau stationärer Batteriespeicher”

  1. Es ist ganz einfach!
    Garantierte Abnahmemengen mit kalkulatorischen Kosten für Großspeicher. Keine Wahlmöglichkeit zwischen Batterie und Gaskraftwerk/Strom aus Frankreich. Die höheren Stromkosten werden von den Endverbrauchern getragen.
    Einfach weiter mit der Planwirtschaft in der Energiewende. Sozialdemokratisch und teuer.

Schreibe einen Kommentar