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Übung zur Katastrophenbewältigung in Sachsen-Anhalt: „Stromausfall 2025“

Es war nur eine Simulation: Am 19. November 2025 um 23:00 Uhr kam es zu massiven Störungen in der Stromversorgung beim Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz sowie den Verteilnetzbetreibern Avacon Netz GmbH und MitNetz Strom GmbH. Derzeit ist die genaue Ursache des großflächigen Stromausfalls unbekannt, aber erste Lageerkenntnisse deuten auf einen langanhaltenden Ausfall der Stromversorgung im gesamten Gebiet von Sachsen-Anhalt hin.

In Reaktion auf dieses Szenario hat das Landesverwaltungsamt gemeinsam mit dem Landkreis Wittenberg und der Stadt Dessau-Roßlau die Katastrophenschutzübung „Stromausfall 2025“ durchgeführt. Die Übung, die von 8 bis 18 Uhr stattfand, hatte das Ziel, den Ernstfall zu proben und die Abläufe im Krisenmanagement zu überprüfen.

Die Übung stellte die beteiligten Katastrophenschutzstäbe und Organisationen vor besondere Herausforderungen. Aufgrund des Stromausfalls fielen alle üblichen Kommunikationssysteme aus, was die Nutzung alternativer Kommunikationswege wie BOS-Digitalfunk und Satellitentelefone erforderte. Zu den wesentlichen Aufgaben gehörten die Aufrechterhaltung der Infrastruktur, die Sicherstellung der Wasserversorgung sowie die Koordination der Gesundheitsversorgung und Notstromversorgung.

Kritische Infrastruktur betroffen:

  • Kommunikation: Nach etwa vier Stunden fielen die Mobilfunknetze aus, der Notruf 110/112 war nur eingeschränkt erreichbar. BOS-Digitalfunk blieb jedoch funktionsfähig.
  • Verkehr: Die Ampeln fielen aus, der Bahnverkehr wurde eingestellt, und der Busverkehr wurde seit 06:00 Uhr komplett gestoppt.
  • Gesundheitsversorgung: Im Städtischen Klinikum Dessau und bei der Berufsfeuerwehr Dessau-Roßlau sind Notstromaggregate vorhanden, die jedoch nur für begrenzte Zeit ausreichend sind (18 Stunden im Klinikum, 12 Stunden bei der Feuerwehr). Kliniken im Landkreis Wittenberg, wie das Paul-Gerhardt-Stift und das Herzzentrum Coswig, meldeten Einschränkungen bei der Patientenversorgung.
  • Wasser/Abwasser: Der Ausfall der Pumpen der Kläranlage Dessau-Ziebigk verursachte Geruchsbelästigungen. Die Wasserversorgung blieb jedoch durch Aggregate und geplante Wasserwagen-Einsätze gesichert.
  • Lebensmittelversorgung: Supermärkte waren geschlossen, aber das Zentrallager von Netto konnte mit Notstrom betrieben werden.
  • Kommunikation & Internet: Festnetz- und Mobilfunkverbindungen fielen aus.

Maßnahmen und Krisenmanagement:

  • Der Landkreis Wittenberg hat die Katastrophenwarnung um 06:00 Uhr ausgerufen und arbeitet mit Dieselaggregaten, die für 72 Stunden gesichert sind. Der Katastrophenschutzstab koordinierte ab 08:00 Uhr die Versorgung und den Einsatz der Kräfte.
  • Landesweit wurden alle Landkreise und kreisfreien Städte alarmiert, und die Einsatzkräfte sind in Bereitschaft. Notfallpunkte wurden vorübergehend ausgesetzt, um das Personal zu bündeln.

Ausblick:
Die Dauer des Stromausfalls bleibt unklar. Priorität hat die Sicherstellung der Versorgung für kritische Einrichtungen wie das Gesundheitswesen, die Wasserversorgung und die Kommunikationskanäle. Weitere Informationen werden über BOS-Digitalfunk und lokale Behörden bekanntgegeben.

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