Halle (Saale), 18. Dezember 2025. Das Statistische Jahrbuch 2025 für Sachsen-Anhalt wurde heute im Rahmen eines Pressegesprächs durch den Präsidenten des Statistischen Landesamtes, Michael Reichelt, in Halle (Saale) vorgestellt. Unter dem Motto „Sachsen-Anhalt in Zahlen: Der Mensch, den es nicht gibt“ lag der Fokus des Jahrbuchs auf der Darstellung des „Typischen“ in Sachsen-Anhalt. Das Jahrbuch beleuchtet durch die Brille der amtlichen Statistik, wer in Sachsen-Anhalt lebt und wie sich das Land entwickelt.
„Die Durchschnittsperson gibt es nicht – aber die Zahlen zeigen, wer in Sachsen-Anhalt lebt und wie sich das Land entwickelt“, so Michael Reichelt. Das Land sei geprägt von jungen Familien, die früher als im Bundesdurchschnitt Kinder bekommen, und einer zunehmend älteren Gesellschaft mit vielen Single-Haushalten. Die durchschnittlichen Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern seien geringer als im Bundesdurchschnitt – ein Spitzenwert in Deutschland.
Am 31. Dezember 2024 lebten 1.086.943 Frauen und 1.048.654 Männer in Sachsen-Anhalt. Das Durchschnittsalter lag bei den Frauen bei 50,1 Jahren und bei den Männern bei 46,4 Jahren. Ein Blick auf die Körpermaße zeigt: Die Durchschnittsfrau in Sachsen-Anhalt misst 165,5 cm, wiegt 71,5 kg und hat einen Body-Mass-Index von 26,1 kg/m². Der Durchschnittsmann ist mit 178,6 cm größer, wiegt 86,3 kg und hat einen BMI von 27,1 kg/m².
Ein weiterer markanter Punkt ist die Geburtenrate. Im Jahr 2024 wurden in Sachsen-Anhalt 12.526 Kinder lebend geboren. Die meisten Geburten fanden in der kreisfreien Stadt Halle (Saale) statt, die 1.807 Neugeborene verzeichnete, was 14,4 % aller Geburten im Land ausmacht. Während 83,7 % der Lebendgeborenen die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen, war der Anteil ausländischer Geburten rückläufig. In Sachsen-Anhalt wurden 55,9 % der Kinder unehelich geboren, was deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 32,4 % liegt.
Die typische Haushaltsform in Sachsen-Anhalt ist der Einpersonenhaushalt, der 42,2 % aller Haushalte ausmacht. Besonders hervorzuheben ist, dass der größte Anteil dieser Einpersonenhaushalte von Personen im Alter von 65 Jahren und älter (40,1 %) bzw. von Frauen (52,4 %) bewohnt wird. Im Durchschnitt stehen pro Person 48,8 m² Wohnfläche zur Verfügung.
Der Bildungsweg in Sachsen-Anhalt führt typischerweise von der Kindertagesbetreuung über die Grundschule und weiterführende Schulen hin zu einer Berufsausbildung oder einem Studium. Besonders in der Ausbildung dominiert der Bereich Industrie und Handwerk, während die meisten Studierenden an Universitäten eingeschrieben sind.
Die Arbeitsmarktlage zeigt, dass mehr Menschen als Nichterwerbspersonen klassifiziert werden (1.061.700) als Erwerbspersonen (1.040.900), was vor allem auf die Alterung der Bevölkerung zurückzuführen ist. Bei den Erwerbstätigen sind die meisten im Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleistungen beschäftigt. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst bei Vollzeitbeschäftigten lag 2024 bei 3.892 EUR, was nahezu 750 EUR unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Bemerkenswert ist jedoch, dass der Gender Pay Gap in Sachsen-Anhalt mit nur 4 % im bundesweiten Vergleich den zweitgeringsten Wert aufweist.
Das Jahrbuch umfasst auch eine breite Palette weiterer statistischer Daten zu Themen wie Abfallmengen, Zuzügen aus anderen Bundesländern und vieles mehr. Das Jahrbuch steht zum kostenfreien Download unter https://statistik.sachsen-anhalt.de
bereit. Gedruckte Exemplare können für 30,00 EUR zuzüglich Versandkosten bestellt werden.