Quelle: MDR Sachsen-Anhalt, 09. April 2026
Nach der Insolvenz des Chemieunternehmens Domo im Dezember 2025 hat das Land Sachsen-Anhalt rund 80 Millionen Euro bereitgestellt, um den Weiterbetrieb der Anlagen im Chemiepark Leuna während der Wintermonate zu sichern. Ziel der Maßnahme war es, einen Stillstand der Produktionsanlagen zu verhindern, da ein Herunterfahren unter winterlichen Bedingungen als technisch riskant und potenziell schädlich für die Anlagen gilt.
Die Unterstützung wurde von der Landesregierung als notwendig beschrieben, um Gefahren für Mensch, Umwelt und den Standort Leuna abzuwenden. Nach Angaben aus dem Energieministerium sei ein regulärer Stillstand der großtechnischen Anlagen nur unter bestimmten klimatischen Bedingungen möglich gewesen, die im Winter nicht gegeben waren.
Im April 2026 wurde bekannt, dass mehrere Unternehmen die betroffenen Anlagen übernehmen und ein Großteil der rund 500 Arbeitsplätze erhalten bleiben soll. Damit gilt der Standort als gesichert.
Unklar bleibt jedoch die finanzielle Entlastung für das Land. Nach Angaben aus dem Landtag wird Sachsen-Anhalt die ausgelegten Mittel voraussichtlich nur in sehr geringem Umfang zurückerhalten. Die Forderungen würden zwar im Insolvenzverfahren angemeldet, erfahrungsgemäß sei dort jedoch nur eine geringe Quote zu erwarten.
Damit zeichnet sich ab, dass die eingesetzten rund 80 Millionen Euro überwiegend beim Land verbleiben könnten. Die Maßnahme war politisch umstritten, wurde von der Landesregierung jedoch als alternativlos bewertet.