Sachsen-Anhalts Landespolizei steht vor einer möglichen Zäsur in ihrer Ausstattung: Ein Großteil der Polizeikräfte spricht sich für die Einführung sogenannter Distanz-Elektroimpulsgeräte (DEIG) im regulären Streifendienst aus. Dies ist das zentrale Ergebnis einer landesweiten Online-Umfrage, die das Ministerium für Inneres und Sport im Frühjahr dieses Jahres durchgeführt hat.
An der anonymisierten Befragung nahmen 2.392 Beamtinnen und Beamte teil – das entspricht einem Anteil von 37,4 Prozent der gesamten Landespolizei. Von diesen bejahten mehr als 84 Prozent die Aussage, dass eine flächendeckende Ausrüstung mit dem DEIG die Sicherheit der Einsatzkräfte verbessern könne. Damit signalisiert die Polizei selbst eine deutliche Bereitschaft, das bislang lediglich beim Spezialeinsatzkommando verwendete Gerät auch im alltäglichen Dienst einzusetzen.
Die Umfrage zielte nicht nur auf grundsätzliche Zustimmung ab, sondern erhob auch Einschätzungen zu praktischer Handhabung, rechtlichen Aspekten und potenziellen Risiken. Die wissenschaftliche Begleitung übernahm die Fachhochschule Polizei. Die Ergebnisse fließen nun in die strategischen Überlegungen zur Einführung ein.
Der nächste Schritt besteht darin, die rechtlichen Voraussetzungen für eine landesweite Ausstattung mit dem DEIG zu schaffen. Parallel soll ein entsprechendes Ausbildungskonzept entwickelt werden. Ein erstes Pilotprojekt ist für das Jahr 2026 angedacht.
Hintergrund der Initiative ist das Bestreben, die Landespolizei mit modernen Einsatzmitteln auszustatten, die sowohl dem Schutz der Bevölkerung als auch der Beamtinnen und Beamten dienen. Die Online-Befragung bildet dafür nun eine fundierte Grundlage. In die weiteren Planungen sollen auch Erkenntnisse aus anderen Bundesländern einfließen, die mit dem Einsatz von Tasern bereits Erfahrungen gesammelt haben.