In der Tarifrunde für die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr in Sachsen-Anhalt geht es am Dienstag in Halle (Saale) in die nächste Verhandlungsrunde. Gewerkschaft und Arbeitgeber treffen sich bereits zum dritten Mal, nachdem die ersten beiden Gespräche ohne Ergebnis geblieben waren.
Im Mittelpunkt der aktuellen Tarifverhandlungen steht vor allem die Frage nach einer Entlastung der Beschäftigten. Die Gewerkschaft ver.di fordert unter anderem ein Wahlmodell, das eine Verkürzung der Arbeitszeit ermöglichen soll. Nach Angaben der Gewerkschaft haben die Arbeitgeber diesen Vorschlag bislang grundsätzlich abgelehnt und noch keine eigenen konkreten Vorschläge zur Entlastung vorgelegt.
ver.di-Verhandlungsführer Paul Schmidt betonte, dass viele Beschäftigte im Fahrdienst, in Werkstätten und im Service seit Jahren stark belastet seien. Ziel sei es, Wege zu finden, um die Arbeit langfristig besser zu organisieren und gesundheitliche Belastungen zu reduzieren. Die Gewerkschaft habe signalisiert, über längere Laufzeiten von Tarifverträgen oder stufenweise Lösungen zu sprechen, wenn dadurch eine spürbare Verbesserung erreicht werden könne.
Bereits in der vergangenen Verhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber angedeutet, dass eine schnelle Einigung nicht zu erwarten sei. Dennoch setzt die Gewerkschaft auf Bewegung in den kommenden Gesprächen. Auch die zuletzt mehrtägigen Streiks hätten gezeigt, wie wichtig den Beschäftigten die Themen Arbeitszeit und Entlastung seien.
Das vorgeschlagene Wahlmodell soll den Beschäftigten mehr Flexibilität bieten. Sie könnten sich künftig – je nach persönlicher Situation – zwischen mehr Freizeit oder zusätzlichem Entgelt entscheiden. Nach Ansicht der Gewerkschaft würde eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung langfristig auch dazu führen, dass mehr Personal im Nahverkehr benötigt wird.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am Dienstag in Halle (Saale) statt. Ob sich beide Seiten dabei auf einen Kompromiss zubewegen, bleibt zunächst offen.