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Tarifkonflikt im Nahverkehr Sachsen-Anhalts spitzt sich weiter zu

Halle (Saale), 19. Februar 2026 – Die Tarifverhandlungen für den Nahverkehr in Sachsen-Anhalt bleiben weiterhin ohne Bewegung. Auch in der zweiten Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag Nahverkehr Sachsen-Anhalt (TV-N LSA) konnten ver.di und der Kommunale Arbeitgeberverband keine Annäherung erzielen. Die Arbeitgeberseite legte erneut kein Angebot vor und lehnt zentrale Forderungen der Beschäftigten weiterhin strikt ab. Besonders bei der von ver.di geforderten Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich und einem Wahlmodell zur Entlastung herrscht laut Gewerkschaft „Totalblockade“.

Ver.di-Verhandlungsführer Paul Schmidt äußerte nach den Gesprächen deutliche Kritik: Seit Monaten seien die Forderungen bekannt, dennoch gebe es weder ein Entgegenkommen noch eigene Vorschläge der Arbeitgeberseite. Eine Lösung sei so nicht erreichbar.

Im Zentrum des Tarifkonflikts steht die hohe Belastung der Beschäftigten im öffentlichen Personennahverkehr. Lange Schichten, unregelmäßige Dienstpläne und verkürzte Ruhezeiten bestimmen vielerorts den Arbeitsalltag. Die Gewerkschaft fordert ein verbindliches Entlastungspaket sowie flexible Modelle zur Reduktion der Wochenarbeitszeit. Die Arbeitgeber argumentieren mit eingeschränkten finanziellen Spielräumen der Kommunen und erklären eine Arbeitszeitverkürzung für grundsätzlich „nicht verhandelbar“.

Obwohl ver.di sich offen für Kompromisslinien wie Korridorregelungen gezeigt hatte, blieb eine konstruktive Antwort aus. Die Gewerkschaft kündigt daher an, den Druck zu erhöhen und weitere Arbeitskampfmaßnahmen vorzubereiten. Die Beschäftigten seien bereit, für bessere Arbeitsbedingungen einzustehen, so Schmidt.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 17. März 2026 angesetzt. Ob es dann zu einer Annäherung kommt, hängt maßgeblich davon ab, ob die Arbeitgeberseite bereit ist, eigene Angebote vorzulegen und auf die Forderungen der Beschäftigten einzugehen.


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