Naumburg – Im Tarifstreit des Nahverkehrs in Sachsen-Anhalt hat sich die Lage weiter zugespitzt. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di wird es bei der Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis (PVG) in der kommenden Woche zu einem viertägigen Streik kommen.
Hintergrund ist ein juristisches Vorgehen der Unternehmensführung gegen einen ursprünglich geplanten Warnstreik. Die Gewerkschaft hatte zunächst Arbeitsniederlegungen von Donnerstag bis Sonntag dieser Woche angekündigt. Nachdem die Arbeitgeberseite jedoch einen Eilantrag gegen den Streik eingereicht hatte, zog ver.di diesen Aufruf kurzfristig zurück.
Stattdessen wurde ein neuer Streiktermin festgelegt: Von Dienstag, 24. März, bis Freitag, 27. März, sollen die Beschäftigten die Arbeit niederlegen. Aus Sicht der Gewerkschaft hat das gerichtliche Vorgehen der Arbeitgeber den Konflikt verschärft und zu einer ungünstigeren Lage für Fahrgäste geführt.
Verhandlungsführer Paul Schmidt kritisierte, dass sich die Auswirkungen nun stärker auf den Alltag auswirken werden. Während der ursprüngliche Streik teilweise auf das Wochenende gefallen wäre, betrifft der neue Zeitraum vollständig Werktage – und damit insbesondere auch den Schülerverkehr.
Auch Johannes Mielke sieht darin eine unnötige Eskalation. Der ursprünglich geplante Streik sei bewusst begrenzt worden, um die Belastungen für die Bevölkerung möglichst gering zu halten.
Im Kern des Konflikts stehen Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen. Die Beschäftigten setzen sich unter anderem für flexiblere Arbeitszeitmodelle und mehr Erholungszeiten ein. Die Gewerkschaft wirft der Arbeitgeberseite vor, in diesen Punkten bislang keine ausreichende Verhandlungsbereitschaft zu zeigen.
Gleichzeitig betont ver.di, weiterhin an einer schnellen Einigung interessiert zu sein. Neue Gespräche seien bereits angeregt worden. Ob es dazu kommt, bleibt jedoch offen.
Für Fahrgäste im Burgenlandkreis bedeutet die Entwicklung vorerst weitere Einschränkungen im Busverkehr – insbesondere an Schultagen.